Schwanenzauber

Eva-Maria Höckmayr und James Hendry bringen an der Staatsoper Hannover Rimski-Korsakows magisches Musiktheater «Das Märchen vom Zaren Saltan» heraus

Opernwelt - Logo

Ein Märchen ist’s, der Titel verrät es. Aber eines, das wohl nur diejenigen kennen, die nicht nur mit Puschkins großen Poemen «Eugen Onegin», «Pique Dame» und «Poltawa», sondern zudem mit den kleineren Schöpfungen dieses großartigen Schriftstellers vertraut sind.

Wladimir Iwanowitsch Belski – jener Literat, der späterhin auch Nikolai Rimski-Korsakows Opern «Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch» und «Der goldene Hahn» bedichten sollte – zählte zu ihnen, und als der Komponist auf die Idee verfiel, das Puschkin’sche Sujet zu vertonen, zimmerte er ihm ein Libretto zusammen, welches die Originalgestalt zwar nicht veränderte, aber doch mächtig kürzte; schließlich sollte es eine Märchenoper werden – und diese verlangte nach einem konzisen Text, um der Musik die narrative Oberhand zu überlassen. Am 3. November 1900 kam die Oper im Moskauer Solodownikow-Theater in einer Produktion der Russischen Privatoper von Sawwa Mamontow zur Uraufführung – unter dem rekordverdächtig epischen Titel «Das Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem ruhmreichen und mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenzarewna».

Erzählt wird darin in klassischer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Der Schnitter Tod

«Lasciate ogni speranza» empfahl schon Dante, vom «River of no return» sang die Monroe. Und auch Günther Groissböck reitet über weite Strecken dieses Albums das fahle Ross des Todes. Das von Mahler vertonte Wunderhorn-Lied «Nicht wiedersehen!» dient ihm dabei als Motto; auf dem Cover blickt der Bass stirnrunzelnd am Betrachter vorbei, als wäre er selbst der Fleisch...

Schlagt ihn tot, denn er ist ein Rezensent

Am schlimmsten trieb es – nein, kein Kritiker. Ein Komponist war’s, wiewohl: ein tief gekränkter. Wer Hugo Wolfs Rezensionen liest, reibt sich verwundert die Augen, derart deftig, geradezu niederträchtig wühlt der Wolf im Schafspelz im Räderwerk der Worte, um den «inkriminierten» Gegenstand in den Orkus zu schicken – und dessen Schöpfer am besten gleich mit. Ein...

TV und Streams 3/23

alpha
05.03. – 21.45 Uhr Rossini: Stabat Mater
Es wird selten aufgeführt, das «Stabat Mater» von Gioachino Rossini. Es ist zwar ein geistliches Werk, aber durch und durch vom Geist der Oper inspiriert. Deshalb braucht es erstklassige Solisten. Dieser Aufgabe stellten sich zum Start des Rossini-Jahres 2018 Howard Arman und der Chor des Bayerischen Rundfunks in einer...