Nordlichter

Schulz: Peters Hochzeit Kraus: Proserpin Potsdam / Musikfestspiele

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Mitte Juni kehrt Berlin jedes Jahr seine skandinavische Seite nach außen. Dann leuchtet’s noch um Mitternacht schlierig-blau am Himmel, und plötzlich ist unübersehbar, wie nah der Norden doch liegt. Das gilt auch umgekehrt: Für Künstler, denen Stockholm und Kopenhagen nicht genug sind, gehört Berlin zu den ersten urbanen Agglomerationen auf dem Weg nach Süden. Kierkegaard, Munch, Strindberg haben den Sprung über die Ostsee gemacht, heute lebt der dänische Lichtkünstler Olafur Eliasson in Berlin.

Durchaus reizvoll also, wenn die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci Skandinavien zum Thema machen. Zwei Opern des 18. Jahrhunderts standen dieses Jahr im Mittelpunkt. Geschrieben haben sie deutsche Komponisten, die in den Norden ausgewandert sind und dort maßgeblich die Entwicklung einer nationalen Musikkultur geprägt haben.

Johann Abraham Peter Schulz hat, keine Biografie verschweigt es, die Musik zu Matthias Claudius’ «Der Mond ist aufgegangen» komponiert. Zwischen 1787 und 1795 lebte er am dänischen Hof, in seiner Oper «Peters Bryllup» (Peters Hochzeit) setzt er sein liedkompositorisches Können gezielt ein. Ein sperriges Werk bleibt es gleichwohl: drei Paare, zwölf Darsteller auf der ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Udo Badelt

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