Nicht leicht zu knacken
Erst neulich glückte der Kölner Oper mit Puccinis «Il trittico» ein riskanter Besetzungs-Coup: Die drei Einakter wurden von drei Regisseurinnen inszeniert, was gründlich hätte scheitern können. Doch verklammert durch Dieter Richters geniales Einheitsbühnenbild ging die Rechnung auf, und drei ausgeprägte Regiehandschriften rundeten sich zu einem prallen Puccini-Kosmos.
An der Düsseldorfer Rheinoper vertraute man nun bei Alexander Zemlinskys Einakter-Duo «Eine florentinische Tragödie» und «Der Zwerg» auf die Rezeptur der geteilten Regie, doch rundet sich hier leider nichts – vielmehr entsteht ein harter Kontrast zwischen beiden Inszenierungen. Schuld ist das schroffe Qualitätsgefälle zwischen Immo Karamans souverän inszeniertem «Zwerg» und Barbara Klimos verzappelter «Tragödie».
Zemlinskys Kurzopern sind allerdings auch nicht leicht zu knacken. In ihrer symbolträchtigen Übercodierung und ihrer schwülen Erotik schreien sie nach schwerem Deutungsgeschütz. Trotzdem wollen die verquasten Geschichten erzählt sein, wenn man ihnen folgen soll. Regisseurin Barbara Klimo aber liest die «Florentinische Tragödie» als Protokoll einer Psychoanalyse und erschlägt die sadomasochistisch grundierte ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Regine Müller
Tristanakkord. Zwittergebilde, Sinnbild der romantischen Sehnsucht nach der Unio mystica. Vom ersten Rang aus beobachten wir Franz Welser-Möst dabei, wie er mit dem Staatsopernorchester jenen legendären Klang zubereitet. Eher sachlich wirkt er. Doch Welser-Möst wirkt am Pult immer eher sachlich, Dirigenten-Show und Geniegehabe sind ihm fremd – wobei er sich neben...
Für den siebten Solo-Streich war er schon im Aufnahmestudio und wartet nun auf die Veröffentlichung. Bislang gab es in dichter Taktung CDs mit Schumann, Strauss und Schubert, außerdem eine gemeinsame Produktion mit Mutter Renate Behle. Und auf der Bühne drängt’s ihn zu härterer Kost, nächstes Jahr folgt zum Beispiel in Salzburg unter Christian Thielemann der Matteo...
Herr Pearson, welche Aufgaben hat eigentlich ein Korrepetitor?
Die Vorbereitung der Sänger in allen Aspekten: korrekte Intonation, Rhythmus, Notenwerte, Phrasieren, Atmen, Dynamik, Text, Aussprache, einfach alles. Nach 39 Jahren im «Business» traue ich mir auch ein Urteil über die Gesangstechnik zu, schlage vor, was besser gemacht werden könnte. Und es hilft, wenn...
