Nicht leicht zu knacken
Erst neulich glückte der Kölner Oper mit Puccinis «Il trittico» ein riskanter Besetzungs-Coup: Die drei Einakter wurden von drei Regisseurinnen inszeniert, was gründlich hätte scheitern können. Doch verklammert durch Dieter Richters geniales Einheitsbühnenbild ging die Rechnung auf, und drei ausgeprägte Regiehandschriften rundeten sich zu einem prallen Puccini-Kosmos.
An der Düsseldorfer Rheinoper vertraute man nun bei Alexander Zemlinskys Einakter-Duo «Eine florentinische Tragödie» und «Der Zwerg» auf die Rezeptur der geteilten Regie, doch rundet sich hier leider nichts – vielmehr entsteht ein harter Kontrast zwischen beiden Inszenierungen. Schuld ist das schroffe Qualitätsgefälle zwischen Immo Karamans souverän inszeniertem «Zwerg» und Barbara Klimos verzappelter «Tragödie».
Zemlinskys Kurzopern sind allerdings auch nicht leicht zu knacken. In ihrer symbolträchtigen Übercodierung und ihrer schwülen Erotik schreien sie nach schwerem Deutungsgeschütz. Trotzdem wollen die verquasten Geschichten erzählt sein, wenn man ihnen folgen soll. Regisseurin Barbara Klimo aber liest die «Florentinische Tragödie» als Protokoll einer Psychoanalyse und erschlägt die sadomasochistisch grundierte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Regine Müller
Die amerikanische Ausgabe des Spoleto Festivals mit seinem bunten Mix aus Klassik und Jazz, Theater und Tanz wird seit 1977 in Charleston (South Carolina), der Partnerstadt des umbrischen Spoleto, ausgerichtet. In den vergangenen Jahren hat sich die Praxis etabliert, zwei Opernabende an jeweils unterschiedlichen Spielstätten zu präsentieren. Die Auswahl des...
54. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752258
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61, 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 09.07.2013
Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
Albrecht...
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage...
