Nicht ohne Frivolität

Eine Ausstellung im Pariser Musée d’Orsay zeigt den Maler Edgar Degas als leidenschaftlichen Opernliebhaber

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Edgar Degas war als Vorläufer impressionistischer Tendenzen nicht nur ein hervorragender Maler, Zeichner und subtiler Farbjongleur des Pastells, sondern ein ebenso genauer Beobachter mit ausgeprägten experimentellen Interessen. Die aufkommende Fotografie nutzte er für die bildnerische Präzision der Bewegungswiedergabe. Berühmt und gerühmt wurden seine dynamischen Darstellungen des Balletts der Pariser Grand Opéra – mit fast ausschließlichem Blick auf das weibliche Personal.

Das Pariser Musée d’Orsay, spezialisiert auf die Kunst der «Hauptstadt des 19.

Jahrhunderts» und genreübergreifende Akzentuierungen, bei denen  die Musik im Zentrum steht, zeigt jetzt in einer Ausstellung Degas als den enzyklopädischen Dokumentaristen der Pariser Operninstitution schlechthin. Gleich in den ersten Räumen steht das eindrückliche Modell des Palais Garnier als Epizentrum von Degas’ bildnerischer Erforschung des Opernkosmos. Zahllose zeichnerische Studien hat der Künstler von befreundeten Musikern gemacht. Sie alle fanden Eingang in die großformatigen Gemälde, die zum Teil nicht ohne eine gewisse Ironie tiefe Einblicke in das Aufführungsgeschehen geben.

Im Graben sitzen die Musiker an ihren ...

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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Bernd Künzig

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