Nicht ohne Frivolität
Edgar Degas war als Vorläufer impressionistischer Tendenzen nicht nur ein hervorragender Maler, Zeichner und subtiler Farbjongleur des Pastells, sondern ein ebenso genauer Beobachter mit ausgeprägten experimentellen Interessen. Die aufkommende Fotografie nutzte er für die bildnerische Präzision der Bewegungswiedergabe. Berühmt und gerühmt wurden seine dynamischen Darstellungen des Balletts der Pariser Grand Opéra – mit fast ausschließlichem Blick auf das weibliche Personal.
Das Pariser Musée d’Orsay, spezialisiert auf die Kunst der «Hauptstadt des 19.
Jahrhunderts» und genreübergreifende Akzentuierungen, bei denen die Musik im Zentrum steht, zeigt jetzt in einer Ausstellung Degas als den enzyklopädischen Dokumentaristen der Pariser Operninstitution schlechthin. Gleich in den ersten Räumen steht das eindrückliche Modell des Palais Garnier als Epizentrum von Degas’ bildnerischer Erforschung des Opernkosmos. Zahllose zeichnerische Studien hat der Künstler von befreundeten Musikern gemacht. Sie alle fanden Eingang in die großformatigen Gemälde, die zum Teil nicht ohne eine gewisse Ironie tiefe Einblicke in das Aufführungsgeschehen geben.
Im Graben sitzen die Musiker an ihren ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Bernd Künzig
Wenn zum Happy End alle Solisten den Schlusschor anstimmen, langsam in die Bühnentiefe abgehen, das Orchesterspiel abbricht, der entschwindende Gesang immer leiser wird und das Licht allmählich verlischt, bis Dunkel und Stille herrschen, hat man als Zuschauer im Schwetzinger Rokokotheater die erfolgreiche Wiedergeburt eines Stücks erlebt, das 300 Jahre unter...
Eine Sache müsse er jetzt noch sagen. Nicht um Musikalisches ging es in diesen Minuten, um das Programm mit Strauss und Brahms, sondern um so viel mehr. Dankbar sei er dafür, sprach Mariss Jansons, wie sehr er mit den Musikern zusammenwachsen durfte, wie man zu einer Familie geworden sei. Die jetzt – und das sagte er nicht, weil es mitschwang in diesen Worten –...
Ein Luxus-Loft, Glas, viel freie Flächen. An den Wänden glänzen gerahmte LPs und einige Gitarren, in der Mitte prangt ein Designerbett. Rechts hinten tanzen Wasserreflexe bläulich über die Wand: Aus dem Bad taucht, keuchend wie ein knapp dem Ertrinken Entronnener, Orpheus auf und spuckt Konsonanten. Bis er sich gefangen hat, hält Apollo mit langen Rezitationen vom...
