... Neue Musik
Frau Saariaho, brauchen Sie die Oper, um ein größeres Publikum zu erreichen?
Ja, so ist es. Denn die Oper bringt ja nicht nur ein größeres Publikum, sondern auch ein gemischteres. Und sie bringt die großen Dirigenten. Wenn es gute Aufführungen sind, ist die Oper für viele Menschen ein gut zugängliches Medium. Von «L’Amour de loin» gab es immerhin acht Produktionen. Es gibt sogar Opern-Fans, die alles sehen wollen, was ich für die Oper komponiert habe. Solche Erfahrungen mache ich im Konzert nicht.
Sind Sie selbst ein Opern-Fan?
Nicht wirklich.
Ich liebe gute Musik – gern in kleineren, intimeren Besetzungen. Was mich für die Oper begeistert, ist die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Als Komponistin bin ja ich meistens allein, und zwar für Jahre. Erst während der Vorbereitungen zu einer Premiere öffne ich mich für andere. Wenn eine Zusammenarbeit erfolgreich ist, kann das eine magische Erfahrung sein.
Was befremdet Sie an der Oper?
Viel! Die schwergängige Maschinerie, die big names und die big egos, auch das viele Geld, das man dafür braucht. Außerdem glaube ich, dass es zu viele Produktionen gibt, die niemanden wirklich glücklich machen, vor allem, wenn die Inszenierungen zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Apropos, Seite 103
von Kai Luehrs-Kaiser
In den Medien gelte Kärnten nunmehr als «Land der Gauner und der Narren», klagte dieser Tage ein in die Politik gewechselter Journalist in einer renommierten Wiener Tageszeitung. Er spielte damit nicht nur auf die alljährlich vor allem die Stammtische erheiternde Fernsehübertragung des «Villacher Fasching» an, eine Art alpenländisches «Mainz, wie es singt und...
Es könnte glatt eine Empfehlung von Frank Castorf sein. 2016 wird Jonathan Meese in Bayreuth den «Parsifal» – nein, sicher nicht inszenieren, aber in den ihm eigenen Kosmos eingemeinden. Meese sagt ja schon lange, dass ihn Wagners Musik anmacht, weil man bei ihr in Trance kommt. Mit einer «Parsifal»-Performance ist er bereits 2005 an der Berliner Staatsoper gewesen...
Selten ist im Vorfeld einer Premiere so viel schiefgelaufen wie jetzt im Mannheimer Nationaltheater bei Johann Christian Bachs «Temistocle», einer Reformoper, die 1772 in Mannheim uraufgeführt und seither kaum mehr gespielt worden ist. Ursprünglich sollte sie szenisch von Achim Freyer betreut werden. Als dieser sich entschied, als «Ring»-Regisseur einzuspringen,...
