Hoffentlich nicht zum letzten Mal...
Das auch im Denglischen gern benutzte Modewort «Package» steht im Operngeschäft für die Gesamtausstrahlung eines Sängers: Stimmtechnik, Timbre sowie Persönlichkeit und die Fähigkeit, sich zu «verkaufen». Wobei die beiden letzteren Eigenschaften gern verwechselt werden. Und es sind auch vor allem diese beiden, die häufig bei der Beurteilung von Sängern in den Vordergrund rücken.
In diesem Sinne sind wohl auch einige Bewertungen beim diesjährigen Belvedere-Gesangswettbewerb zu verstehen.
Etwa bei Hlengiwe Mkhwanazi, einer 28-jährigen Sopranistin aus der südafrikanischen Volksgruppe der Zulu mit professioneller Erfahrung an der Oper Kapstadts. Dank ihrer überrumpelnden Ausstrahlung, ihres stupenden Materials und engagierten, energischen Auftretens (mit Konstanzes «Martern aller Arten») räumte sie die meisten Preise ab – den Publikums- und Medienpreis sowie den zweiten Gesamtrang. Ein Rohdiamant, der freilich noch einiges an gesangstechnischem Feinschliff bräuchte.
Den ersten Preis der Intendantenjury erhielt der 22-jährige Südkoreaner Beomjin Kim, ein Tenor mit attraktivem, silbrigem Timbre, der eher intuitiv zu singen als sich um Zukunftssicherung durch belastbare Technik zu ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Magazin, Seite 95
von Gerhard Persché
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