Natalie Dessay macht Schluss

Opernwelt - Logo

Die Königin der Nacht: mochte sie nicht («Keine Chance, aus der Figur etwas zu machen», sagte sie unlustig im Vorfeld der Salzburger «Zauberflöte» von Achim Freyer im Jahr 1997). Blondchen: mochte sie auch nicht. Überhaupt: Es gebe sehr wenige Rollen für sie, mit ihrer kleinen Stimme. Und jetzt, mit 48, denkt sie ans Aufhören. Juliette? Lucia? Adina? «In meinem Alter? Ich bitte Sie», sagte Dessay dem «Examiner» in San Francisco, wo sie sich im Juni für «Hoffmanns Erzählungen» aufhielt. «Man muss sein Repertoire schließlich lieben.

Ich dachte für eine Weile, es macht mir Spaß, aber nein... Es ist Zeit, etwas anderes zu machen.» Massenets «Manon» in Toulouse im September könnte Dessays letzte Produktion sein. Und dann? Will sie schauspielen, also das tun, was sie ursprünglich studiert hat. Die Oper war einfach nur ein kleiner Umweg. Der rund dreißig Jahre dauerte. Aber es ist ja nie zu spät, für alles mögliche. Na gut, zu spät vielleicht, um Tänzerin zu werden: Bevor sie Schauspielerei lernte, damals in Bordeaux, wollte Natalie Dessay nämlich zum Ballett.    

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2013
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Wiebke Roloff

Weitere Beiträge
Ringen um Richard

Ist das Richard Wagner? Ist das der an mangelndem Selbstbewusstsein wahrlich nicht leidende Meister von Bayreuth, der Zukunftsmusiker, der da auf dem Boden kniet und sich verzweifelt die Ohren zuhält? Und das in Gegenwart eines Frauenterzetts, das ihm sein eigenes «Hojotoho» entgegenschleudert. Ist das jener R., den Ehefrau Cosima in ihren Tagebüchern als «doch...

Sachsen-Anhalt tut sich weh

In Sachsen-Anhalt hat Kultusminister Stephan Dorgerloh kürzlich die neuen Theater- und Orchesterverträge vorgestellt, die ab 2014 gelten sollen. Gute Nachrichten hatte er nicht: Die Förderung des Landes wird ordentlich zurechtgestutzt, sinkt von derzeit 36 Millionen auf 29 Millionen Euro.

Was heißt das konkret? Verteilt wird nach Einwohnerzahl, den Maßstab setzt...

Heimkehr der Königin

Der 9. Dezember 1978 war nicht nur für Zürich ein wichtiges Datum. Etliches verschwimmt im Gedächtnis, eines aber nicht: der Erstauftritt einer nicht ganz 32-jährigen Sängerin am Ort. Wer damals Edita Gruberova als Zerbinetta erlebte, erinnert sich unweigerlich an ein einzigartiges Koloratur-Feuerwerk, das weniger Selbstzweck war, als dass es die tatsäch­liche...