Ringen um Richard

«Wie ich Welt wurde»: Hans Neuenfels’ Meta-Wagner-Theater bei den Zürcher Festspielen

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Ist das Richard Wagner? Ist das der an mangelndem Selbstbewusstsein wahrlich nicht leidende Meister von Bayreuth, der Zukunftsmusiker, der da auf dem Boden kniet und sich verzweifelt die Ohren zuhält? Und das in Gegenwart eines Frauenterzetts, das ihm sein eigenes «Hojotoho» entgegenschleudert. Ist das jener R.

, den Ehefrau Cosima in ihren Tagebüchern als «doch sehr müde» nach den Proben zum dritten Aufzug der «Walküre» 1876 beschreibt? Es ist zumindest Robert Hunger-Bühler, der die Figur Wagner spielt in aller denkbaren Exaltiertheit und Gegensätzlichkeit – und das drei Stunden lang in bemerkenswerter Konzentration und Präsenz.

Doch Hunger-Bühler ist, schon was die Maske anlangt, kein Abbild Richard Wagners. Er ist ein Medium, eine lebende Paraphrase, konzipiert und erdacht von Regisseur Hans Neuenfels. Eine «wahre Fantasie in zwei Akten mit Musik aus dem Werk von Richard Wagner», lautet die Gattungsbezeichnung des von Neuenfels für die Zürcher Festspiele verfassten und als Gemeinschaftsproduktion von Zürcher Schauspiel und Oper im Schiffbau uraufgeführten Stücks. Titel: «Richard Wagner – Wie ich Welt wurde». Ein nicht nur dank wagnerisch-wabernder Alliteration bezeichnender Titel. ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Alexander Dick

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