Naher Osten
Wenn das Land nach Dauerregen vom Sommer erfasst wird, treiben Englands Gärten aus wie kleine Tropenwälder. Saftig leuchtet Glyndebournes gestreifter Rasen. Jenseits des Ha-Has üben halbwüchsige Lämmer Bocksprünge, während im Kamin des Organ Rooms die Tauben gurren: Der Landsitz der Christies zeigt sich für Cavallis «Hipermestra» von seiner schönsten Seite.
Zwischen den Picknick-Gedecken schlendern auch zwei orientalische Paare umher. Die Männer tragen nach Golfstaatenart Thawb, Guthra und Sonnenbrille, die Frauen Hochzeitstracht.
Ein paar Ölmillionen könnte die britische Kunstszene ja gut gebrauchen – auch Glyndebourne, das nur fürs Touren bezuschusst wird. Zumal der frischgebackene Festivalchef Sebastian F. Schwarz im Programmbuch vor potenziellen Brexitfolgen warnt (siehe auch OW 6/2017): Steigende Kosten bedeuten schrumpfende Programme – oder es müssen neue Geldquellen her. Wir dürfen uns also schon einmal die Partnerschaft mit Dubai vorstellen: Die Übertitelanlage bittet auf Englisch und Arabisch darum, die Handys auszuschalten. Und warum auch nicht? Für die Züge zum Luxus-Outlet-Center Bicester Village gibt’s schließlich auch chinesische Ansagen.
Glyndebournes neues ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Wiebke Roloff
Wie man heute noch Opern schreibt – darauf gibt Aribert Reimann seit 50 Jahren seine eigene Antwort. Zum postmodernen Musiktheater Hans Werner Henzes hält er die gleiche Distanz wie zu den Konzepten der Avantgarde. Reimann verteidigt eine Position des Personalstils, wie sie im Musiktheater um 1900, bei Debussy, Janáček oder Schönberg, eine kurze Blüte erlebte.
Was...
Das Projekt Moderne ist politisch. An dieser Einsicht macht der rigorose Künstler Michael Gielen keine Abstriche. Künstlerischer Rigorismus ist bei ihm in politisch-moralischer Entschiedenheit begründet. Das hat auch biografische Wurzeln. Als Halbjude (Eduard Steuermann, der Pianist des Schönbergkreises, war Bruder seiner Mutter) in die Emigration getrieben, zählte...
alpha
02.07. – 11.00 Uhr
Gergiev dirigiert Schostakowitsch
Im Rahmen der großen Retrospektive der Werke von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), die alle 15 Symphonien und sechs Instrumentalkonzerte sowie ein dokumentarisches Porträt von Reiner E. Moritz umfasst.
arte
02.07. – 18.25 Uhr
Juan Diego Flórez & Friends in Concert for Sinfonía por El Perú
Der Startenor...
