Naher Osten
Wenn das Land nach Dauerregen vom Sommer erfasst wird, treiben Englands Gärten aus wie kleine Tropenwälder. Saftig leuchtet Glyndebournes gestreifter Rasen. Jenseits des Ha-Has üben halbwüchsige Lämmer Bocksprünge, während im Kamin des Organ Rooms die Tauben gurren: Der Landsitz der Christies zeigt sich für Cavallis «Hipermestra» von seiner schönsten Seite.
Zwischen den Picknick-Gedecken schlendern auch zwei orientalische Paare umher. Die Männer tragen nach Golfstaatenart Thawb, Guthra und Sonnenbrille, die Frauen Hochzeitstracht.
Ein paar Ölmillionen könnte die britische Kunstszene ja gut gebrauchen – auch Glyndebourne, das nur fürs Touren bezuschusst wird. Zumal der frischgebackene Festivalchef Sebastian F. Schwarz im Programmbuch vor potenziellen Brexitfolgen warnt (siehe auch OW 6/2017): Steigende Kosten bedeuten schrumpfende Programme – oder es müssen neue Geldquellen her. Wir dürfen uns also schon einmal die Partnerschaft mit Dubai vorstellen: Die Übertitelanlage bittet auf Englisch und Arabisch darum, die Handys auszuschalten. Und warum auch nicht? Für die Züge zum Luxus-Outlet-Center Bicester Village gibt’s schließlich auch chinesische Ansagen.
Glyndebournes neues ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Wiebke Roloff
Giacomo Meyerbeer, internationalster aller Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, ist wieder im Gespräch. Diana Damrau, eine der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Tage, widmet ihm nun sogar ein ganzes Solo-Album. Dabei darf natürlich die berühmte «Schattenarie» aus jener manieristischen Oper von 1855, die wir als «Dinorah» kennen, nicht fehlen. Großartig, wie die...
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02.07. – 11.00 Uhr
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Im Rahmen der großen Retrospektive der Werke von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), die alle 15 Symphonien und sechs Instrumentalkonzerte sowie ein dokumentarisches Porträt von Reiner E. Moritz umfasst.
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Der Startenor...
Das Kreischen der U-Bahn? Einfach ausgeblendet. Intime Unterhaltungen verschwitzter Fremder? Weg. Auf Knopfdruck verwandelt sich die Höllen-Soundscape in weise Worte. Oder Stille. Oder zu Janáček – was sich die jungen Leute eben so auf die Ohren knallen. Natürlich können längst auch viele dasselbe hören, kabellose Übertragungstechnik macht’s möglich. So lassen sich...
