Nachwuchs im Blick

Nachwuchs im Blick | Von ihm gab es noch keine einzige Platte, da hatte «Opernwelt» Plácido Domingo schon vorgestellt (in Heft 2/1968). Das erste Porträt von Claudio Abbado erschien 1972. Donald Runnicles war noch Korrepetitor in Mannheim, als er «Opernwelt» auffiel.

 

Am Telefon: Placido Domingo

Herr Domingo, kommt ein Belkantotenor reinsten Wassers aus Italien?

Nein, ich bin Spanier, in Madrid geboren.

Wann und wie begannen Sie zu musizieren?

Als ich neun Jahr e alt war, befreundete ich mich mit dem Klavier. Ich wollte Dirigent werden. Auch sang ich nebenher – natürlicherweise, denn sowohl mein Vater als auch meine Mutter waren Sänger der spanischen Zarzuela. Ich hatte ihnen sehr gut zugehört, als ich, sechzehnjährig, beschloß, intensiv Gesang zu studieren.

Einen richtigen Lehrer habe ich nie gehabt, nur Vorbilder, denen ich Technik und Musikalität abgehört habe, wie Di Stefano, Gigli, Björling und Tucker.

Wie begann Ihre Karriere?

Mein sängerisches Debüt gab ich als Zarzuela-Sänger und zwar als Bariton.
Neunzehnjährig wechselte ich dann ins Opernfach. Inzwischen waren meine Familie und ich nach Mexiko City übergesiedelt. Dort ging ich ins erste Engagement als Tenor, sang Cassio in «Otello» und Cavaradossi. Dann folgten mehrere Engagements in den USA und 1962 holte mich die Oper in Tel Aviv, eigentlich nur für sechs Monate, aus denen dann zweieinhalb Jahre wurden. Ich sang dort zweihundertachtzig Vorstellungen.


Ich frage nach seinen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 108
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Sie ist die genialste Frau, die mir je vorgekommen!»

Weder durch unerhörte Kehlfertigkeit, noch durch jene kleine Koketterie des Vortrags, durch die viele Sängerinnen sich den Beifall bald zu erlächeln, bald zu erweinen wissen, sucht sie sich Triumphe zu bereiten, aber sie entzückt durch die natürliche Anmuth ihrer metall- und umfangreichen Stimme und ihres Vortrages, die Wärme und Wahrheit des Gefühls, die schon im...

Kunst und Ritual

Christoph Schlingensief war ein Passions-Künstler und Ritual-Verweser. Vieles bei ihm kam aus Wagners Opernwelt – und führte wieder in diese zurück: Das Gesamtkunstwerk wird globalisiert und lokalisiert zugleich, das gilt für Bayreuths Grünen Hügel wie für die Grünen Hügel Afrikas. Schlingensiefs Tod zwingt erneut zum Nachdenken über Kunst und Leben.

Es war gewiss...

«Du bleibst hier!»

Christoph!!
«Kein Bock auf Himmel! Ich will noch hierbleiben»,
hast du immer und immer wieder beschwörend gerufen.
Und du hast Recht behalten.
Du bleibst hier!
Auch wenn du einen gemeinen, ungleichen Kampf, der nicht zu gewinnen ist,
   jetzt verloren hast.
Du bleibst hier.
Obwohl, wenn man sich ansieht, was die da oben mit ihrer Vorsehung treiben,
haben die dich...