Bodenständig, weltoffen
Berühmt und gleichwohl schlicht sind die Namen der Berliner Philharmoniker, der Bamberger Symphoniker oder des Cleveland Orchestra. Sie verraten lediglich den Hauptsitz dieser künstlerischen Verbände, der heutzutage freilich immer weniger mit dem Herkunftsort der dort beschäftigten Musiker zusammenfällt. Andere Klangkörper nannten sich nach einer Gründerfigur – das Hallé-Orchester in Manchester, das Kurt-Graunke-Symphonieorchester in München.
Bezeichnungen wie «Sächsische Staatskapelle» verweisen auf eine höfische Vergangenheit; im traditionsbewussten England tragen die Mitglieder des Royal Philharmonic den königlichen Namen weiter. Auf emphatische Ambitionen deuten Orchesternamen, die Gustav Mahler, das Zeitalter der Aufklärung oder den Westöstlichen Diwan (die beiden Letzteren in der englischen lingua-franca-Version) beschwören. Altertümlich zünftlerisch erinnern das Gewandhaus- und das Gürzenichorchester an die überkommene bürgerliche Stadtkultur in Leipzig beziehungsweise Köln.
An älteren künstlerischen Gemeinsinn gemahnt auch die Benennung des Opern- und Museumsorchesters in Frankfurt. Der repräsentative Klangkörper der Mainstadt (mit dem des Hessischen Rundfunks beherbergt ...
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