Musiktheater im Kopf

Die Ruhrtriennale wandelt im zweiten Jahr der Intendanz von Ivo van Hove auf verwinkelten und unsicheren Pfaden: von klassischer Oper nichts zu sehen

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Die Ruhrtriennale ist bekannt für Musiktheater – das ist auch für mich persönlich das eigentliche Zentrum.» So sagt es der flämische Theatermacher Ivo van Hove, seit letztem Jahr Intendant des «Festivals der Künste» in ehemaligen Industriehallen zwischen Bochum und Duisburg. Beim Genre Musiktheater tritt van Hove in die mammutgroßen Fußstapfen seiner Vorvorgänger – etwa in die von Gerard Mortier, dem Gründungsintendanten, der die gute alte Oper in eine diskursive Denkfabrik verwandelt hatte.

Auf Mortier folgten Jürgen Flimm, Willy Decker, Heiner Goebbels, Johan Simons – Künstler, die in der Oper mehr oder weniger innovativ am Konzept der Moderne festhielten und im Fall von Goebbels und Simons auch neue Werkbegriffe formulierten (etwa durch die Kombination von Bach-Kantaten mit Pasolinis «Accatone»), um das museale Repertoire aufzubrechen.

Dann begann das Musiktheater als «eigentliches Zentrum» des Festivals zu bröckeln: Stefanie Carp zeigte während ihrer Zeit als Ruhrtriennale-Intendantin (2018–2020) überhaupt kein Interesse an der in ihren Augen wohl immer noch «bürgerlichen» Gattung; unter der Leitung von Barbara Frey stand – was zu Teilen der Coronakrise geschuldet war – danach ...

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Opernwelt November 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Michael Struck-Schloen

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