Musiktheater aus Minidramen

Eötvös: Der goldene Drache
INNSBRUCK | KAMMERSPIELE DES LANDESTHEATERS

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So etwas ist ja nicht nichts, heutzutage, wo Feines, Kleines besonders gefragt scheint.

Ein farbenreich abschnurrendes Kammerspiel mit kleinem Orchester, fünf Solistinnen und Solisten auf der Bühne, die in 17 Rollen schlüpfen, Alter und Geschlechter fliegend wechseln, mit einem Wort also hochvirtuos sein müssen, dazu eine «fabelhafte» Handlung eines bestens erprobten Schauspiels, vom renommierten Autor (Roland Schimmelpfennig) eigenhändig zu einem passa­blen Libretto umgeformt, also musiktheatertauglich gestrafft, und von einem wahren Könner und Praktiker seines Fachs, Péter Eötvös, in Töne gesetzt, die man auf Anhieb versteht, weil sie nicht überfordern, dabei aber auch nie billig illustrieren. Eötvös gibt dem Publikum Zucker, aber er dosiert ihn genau wie ein Gewürz. Dessen ungeachtet verließen in der besuchten Aufführung des «Goldenen Drachen» in Innsbruck Teile des Publikums während der ersten «Halbzeit» der pausenlosen 90 Minuten den Saal der Kammerspiele mehr oder minder kopfschüttelnd …

Dieser neue Ort im als Vielzweckbau ausgelegten Haus der Musik fokussiert das Geschehen auf einen überschaubaren Guckkasten. Sven Bindseil baute einen gekachelten Raum mit kleiner Drehbühne, ...

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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Karl Harb

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