Musicien français

Impressionistische Strukturen: ein Gruß an Claude Debussy anlässlich seines 100. Todestages

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In einem von der Material­ästhetik getränkten Komponistenporträt aus den 1980er-Jahren heißt es lapidar: «Nein, Claude Debussy war kein Impressionist.» Eine Beurteilung, die im Gefolge der Serialisten einseitig den Ästheten der clarté und der mathématiques musicales hervorhob. Im Umkreis von Pierre Boulez wurde Debussy so gesehen, besonders mit spröd-konstruktivistischen späten Orchesterstücken wie «Jeux» und (dem nicht mehr von ihm selbst orchestrierten) «Khamma».

Die «impressionistische» Gegenposition nimmt am luzidesten das «Prélude à l’après-midi d’un faune» ein, ein zweifellos malerisch-atmosphärisch inspiriertes Stück von suggestiver Stimmungshaftigkeit. Doch in den meisten Kompositionen Debussys scheint gerade der Doppelcharakter von Ausdruck und Intonation bestimmend: die unauflösbare Verbindung von Sensualismus und kompositorischer Rationalität. Hell und dunkel in ihrem changierenden Neben- und Ineinander. Das Augenblicks-hafte der scheinbar unverbundenen Klangpointillismen und der sicher planende Zugriff des ingenieurhaft operierenden Kompositionstechnikers.

Das gilt auch für den Vokalkomponisten. Richard Strauss (einer Generation zugehörig, die noch ganz in Kategorien ...

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Opernwelt März 2018
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Hans-Klaus Jungheinrich

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