Mord auf dem Berg
Warum spielen wir uns Komödien und Tragödien vor? Um das Leben besser zu verstehen. Und um es ein wenig erträglicher zu machen. All die Dramen von Lust und Leid, Gewalt und Leidenschaft, Mord und Totschlag, die uns in Atem halten, seit der Mensch die Schöpfung aufmischt. Christoph Nix erzählt diese Geschichte gern. Er hat sie vermutlich schon oft erzählt. Damit man gleich weiß, woran man ist bei ihm. An einem Außenseiter, Quereinsteiger, Tausendsassa, der Umwege liebt, um die Ecke denkt, gern auch mal aneckt. Und kein Hehl daraus macht, dass er sich als Achtundsechziger fühlt.
«Ladies and Gentlemen, kämpfen wir noch?» Das war seine Leitfrage für die gerade zu Ende gegangene Spielzeit am kleinen Theater in Konstanz, «seinem» Theater seit 2006. Wenn er will, kann er bis 2016 weitermachen. Eigentlich sei er ja Jurist. Aber die Neugier, die habe ihn immer wieder vom Kurs abgetrieben, sagt er. Von den Paragraphen ins Theater, aus der Kanzlei auf die Bühne, aus dem Gericht zu den Künstlern und den Spaßmachern. Sogar als Clown ist er schon aufgetreten. Und Theater hat er auch schon geleitet, erst in Nordhausen, dann in Kassel. Der Intendant hat nicht viel Zeit an diesem ...
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Opernwelt August 2011
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Albrecht Thiemann
Herr Lucic, Inszenierungen des «Macbeth» spielen häufig in einer Ostblock-Diktatur. Sie sind in einer Ostblock-Diktatur groß geworden. Sehen Sie auch diese Parallele?
Ich würde das nicht vergleichen. Für mich ist Macbeth einfach eine verrückte, blutige Figur, die im Grund ganz unsicher ist. Ich sehe ihn auch nicht als zutiefst bösen Menschen. Für mich erklärt sich...
Der Vorgang ist von bezwingender Wirkung. Er ereignet sich im vierten Akt, der am Vorabend der «Bartholomäusnacht» spielt. Zehntausende Protestanten (= Hugenotten) fielen 1572 einem vom katholischen Königshaus gesteuerten Mordkomplott zum Opfer. Wenn der versammelte Pariser Mob – von fanatischen Mönchen auf die Bluttat als «heilige Sache» eingeschworen – in der...
Der Schock kam nach der Ouvertüre. Sämtliche Rezitative waren gestrichen. Das Mozart-Festival A Coruña traute sich nicht, dem Publikum Domènec Terradellas’ (1713-1751) letzte Oper «Sesostri» in voller Länge zuzumuten. Dabei ist es der dramatische Instinkt, der die Musik des durch Juan Battista Otero und seine Reial Companyia Opera da Cambra Barcelona der...
