Mode im Foyer und Cantophonübungen

Rat und Tat | Auch das gab es in «Opernwelt»: Lebenshilfe für den Fan und den um die ramponierte Stimme besorgten Sänger. Die (redaktionellen!) Tipps zum passenden Opern-Outfit für den Herrn fanden sich 1962, die Anzeige für die Gesangsübungen «Cantophon» (Schallplatte plus Broschüre für 30 DM) 1964.


Mode im Foyer

Neuer Stil in der Herren-Mode und ein ernstzunehmender Vorschlag über ein so genanntes «ever-jacket» – das also auch im Theater getragen werden sollte –, ermutigen mich, an dieser Stelle wieder – wie im Januar – die Herren-Mode im Foyer zu besprechen. Damit erledigen sich die mir zugegangenen Anfragen über die Preise allzu kostspieliger Garderobe fürs Theater.

Es gibt neuerdings eine so genannte «haute-confection» – also fertig gekaufte und nicht maßgeschneiderte, elegante und anspruchsvollere Gar­d­erobe auch fürs Theater.

D’Avenza, eine Vereinigung von US-Fachleuten der Mode und einige ausgesuchte italienische Tuchfabriken, haben folgenden Weg beschritten: nicht mehr der Herren-Maß-Schneider kleidet den Herrn, sondern ein ganzes Team arbeitet, indem es zunächst den sogenannten Stilisten (stylists) aufgibt, die Einzelteile entsprechend zu entwerfen. Einige machen nur Ärmel, andere sind um eine besonders elegante Schulter bemüht, wieder andere entwerfen die Revers oder schneidern den Rücken. Ähnlich wird bei den Farben verfahren: ein weiteres Team sucht die passenden Farbzusammenstellungen aus für Revers, das Anzugtuch, das Futter oder die Ärmelaufschläge. Ja – ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 112
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Schlingensiefs letzte Idee

Ist die Guckkastenbühne des 18. und 19. Jahrhunderts ein Auslaufmodell?

Ich komme gerade aus Italien, wo Hunderte herrlich altmodischer Theater- und Opernhäuser leer stehen oder tot­gespart werden. Mein Lieblingstheater ist das Teatro Olimpico von Palladio in Vicenza: ein oval in die Breite gezogenes Amphitheater im antiken Sinne. Ein archaisch zeitloser herrlicher...

Risiko und Verantwortung

Wenn man als Operndirektor eine junge Sängerin, die im internationalen Geschäft noch keinen Namen hat, mit der Titelpartie in Puccinis «Madama Butterfly» betraut und davon überzeugt ist, dass sie diese Partie nicht nur am Premierenabend, sondern im Laufe der Saison zwanzigmal singen und spielen kann, wird einem von verschiedener Seite viel Mut zum Risiko...

Verliebt in die Verpackung

«Die Kunst blüht, ist an der Herrschaft, streckt ihr rosenumwundenes Zepter über die Stadt hin und lächelt.» Ein Paradies. Und exakt 108 Jahre her. Es war Thomas Mann in der Novelle «Gladius Dei», der damals so von der Isarstadt schwärmte. Sein Fazit: «München leuchtete», was zu einer fast gleichnamigen kommunalen Medaille, zu «München leuchtet» führte, mit der die...