Mit Rückendeckung
Fünfzehn Millionen Euro hat das Saarland in sein Staatstheater investiert. Und damit die Qualität des Hauses spürbar verbessert. «Auf den ersten Blick erstaunlich für ein Haushaltsnotstandsland», findet selbst Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Dass sich das einst von den Nazis als «Bollwerk gegen den französischen Kulturbolschewismus» gebaute Haus nach turbulenten Jahren wieder stabilisieren würde, war lange nicht ausgemacht.
2005 hatte Intendant Kurt-Josef Schildknecht erbost den Bettel hingeworfen: Die Politik verlangte ihm eine Kürzung des 24,5-Millionen-Euro-Etats um ein Viertel ab. Düstere Prognosen begleiteten die neue Chefin Dagmar Schlingmann, die vom Schauspiel-Theater Konstanz auf die Kommandobrücke des Mehrspartenhauses wechselte. Mit Operndirektor Berthold Schneider zeigte sie schnell, dass man auch mit reduzierten Mitteln qualitätsvolles Theater machen kann. Es gelang ihr, einen Teil der Sparvorgaben abzuwenden und das Angebot wieder auszuweiten.
Weil auch das Publikum mitzog, erarbeitete sich die Theater-Chefin eine starke Position – die dem Haus jetzt zugute kommt. Um Schlingmanns Abwanderungsgelüste nach Bonn zu bremsen, schaltete sich 2011 sogar die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Dieter Lintz
Manche Opernhäuser haben nicht nur ihre Säulenheiligen, die Bayerische Staatsoper etwa mit Mozart, Wagner und Strauss, sie hegen auch noch ihre heiligen Stücke. Und das müssen nicht unbedingt die Hits sein. Es können – wieder Beispiel München – auch auskragend komplexe, denk- und fragwürdige Dramen wie «Die Frau ohne Schatten» von Richard Strauss und Hugo von...
Es beginnt ohne Orchester mit einem faszinierenden Klangsymbol. Eine knabenhaft helle, gleißende Sopranlinie fährt wie ein Lichtbogen durch den dunklen Raum. Auffällig an dem ansonsten schlichten Melisma das Tritonus-Intervall, als traditioneller diabolus in musica hier Vorbote von Verhängnis. Tatsächlich erscheint das periodisch im Stück wiederkehrende...
Die letzten Dinge. Haben sie eine besondere Kraft, oder neigen wir dazu, sie ihnen anzudichten? Händel konnte die Uraufführung seines letzten originalen Oratoriums «Jephtha» im Februar 1752 nur noch mit Mühe dirigieren. «He breaks very much & I think he is quite blind in one eye», beobachtete der Gelehrte James Harris. Purcell hatte 1695 noch weniger Glück mit «The...
