Mit Revolver und Taschenmesser
In einem «Siegfried», dem am schwierigsten zu bebildernden Teil von Wagners «Ring», ist schon einiges gewonnen, wenn es szenisch nicht peinlich wird. Am Landestheater Coburg zeigt Alexander Müller-Elmau in dieser Hinsicht eine über weite Strecken glückliche (Regie-)Hand, und irgendwo ist es recht und billig, dass der Kräftigste unter den Helden auch hier kein Schwert mehr schmiedet, sondern einen Revolver aus der Tonne zieht.
Sein ausführliches Schmiedelied kann Patrick Cook, der der Partie auch an dieser extrem anstrengenden Stelle gewachsen ist, entsprechend für eine kleine Schlagzeugsession auf Fass und Flasche nutzen. Sympathische Nonchalance legt der Tenor auch an den Tag, wenn er bei der Erstbegegnung mit dem Waldvogel einfach so tut, als würde er pfeifen oder singen.
Nothung, der neidliche Revolver: Durch Cooks entspanntes Spiel würde man sich gerne neu dafür interessieren, dass Siegfried durch einen Quantensprung in der Waffentechnologie so immens siegreich sein könnte. Aber auch in Coburg entwickelt sich nicht viel daraus (außer, dass im Rang eine Tür knallte, vielleicht ein Zufall). Zum Beispiel ist es schwierig, einen Speer zu erschießen, also wird Siegfried ihn in der ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Judith von Sternburg
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