Mit Publikumsbeteiligung
Demokratischer als zur Eröffnung der neuen Spielzeit am Teatro «G. B. Pergolesi» in Jesi in der Adria-Region Marken hätte es in einem Opernhaus nicht zugehen können. Wann bietet sich Premierenbesuchern sonst die Möglichkeit, selbst darüber zu befinden, welche Ouvertüre den Auftakt zum Abend geben sollte? Kurz vor Beginn durften die Zuschauer das Stück ihrer Präferenz aus einer Vorschlagsliste bestimmen. Nachdem kostümierte junge Helfer die Voten rasch eingesammelt hatten, wurde das Auszählungsverfahren allerdings radikal vereinfacht: Man entschied per Los.
Das Philharmonische Orchester der Marken konnte so nach wenigen Minuten unter Attilio Cremonesis dynamischer Stabführung das Siegerstück anstimmen: Mozarts Vorspiel zum «Schauspieldirektor».
Dieses ungewohnte Vorgehen – einer von zahlreichen pfiffigen Regieeinfällen – knüpft an die Aufführungspraxis dieser musikalischen Komödie, einer Collage aus dem 18. Jahrhundert, an, die das Teatro «Pergolesi» jetzt nach mehr als zweihundert Jahren zum ersten Mal wieder vorstellte. Der Ablauf war damals nicht festgelegt, ließ sich bei jeder Aufführung vom Autor, den Mitwirkenden, den Veranstaltern und dem Publikum neu arrangieren. Die ...
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