Mit einfachsten Mitteln
Das Detmolder Landestheater ist ein Schmuckkästchen, das gerade mal 650 Zuschauer fasst. Ideal für Barockes, Mozart und Rossini, möchte man meinen. Doch die Detmolder bescheiden sich schon seit einiger Zeit nicht mit dem, was vermeintlich angemessen scheint. Wagners «Ring des Nibelungen» haben sie bereits komplett im Spielplan, freilich in einer verkleinerten Orchesterbesetzung. Nun wagte sich das Haus an «Parsifal», jenes in jeder Hinsicht finale «Bühnenweihfestspiel», dessen Thematik den Meister mehr als dreißig Jahre beschäftigte.
Das Ergebnis ist eine positive Überraschung. Zwar passte beim tosenden Schlussapplaus die Solistenriege nicht nebeneinander auf die schmale Bühne, aber während des langen Abends hatte sich das grazile Maß des Hauses fast durchgehend als Gewinn erwiesen. Denn das Werk, das sich auf großen Bühnen häufig in der Weite und klanglich im wabernd Ungefähren verliert, gewinnt in Detmold eine neue, kammerspielartige Dimension. Im Saal herrscht eine unbarmherzig trockene Akustik, kein Misston, kein Wackler und kein Kratzer bleibt dem Ohr verborgen. Dafür ist jedes Wort des Wagner’schen Librettos verständlich, Übertitel sind hier überflüssig.
Petra Mollérus‘ ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Regine Müller
Es muss ein beschauliches Städtchen sein: Loudun, 7000 Einwohner, im Département Vienne südwestlich von Paris. Doch 1634 ereignete sich hier Grauenhaftes: Der charismatische Pfarrer des Ortes, Pater Grandier, wird der Hexerei für schuldig befunden, entsetzlich verstümmelt und bei lebendigem Leibe verbrannt. Auslöser der Ereignisse, die Historiker heute als...
Da kneift man sich diesen ganzen Freiburger «Rigoletto» hindurch: Eine Bühne, die es mit Ligeti, Kagel und Penderecki, mit dem Strauss der «Elektra», jüngst einem hochrespektablen «Lohengrin»und zum wiederholten Mal dem kompletten «Ring»aufnimmt – diese Bühne erlebt beim mittleren Verdi ein Problem nach dem anderen. Vor allem staunt man, wie schwer diese...
Drei Holzwände, ein Kronleuchter – das ist die Rudolstädter «Traviata». Drei Produktionen (Oper, Operette, Ballett) bezieht das Thüringer Landestheater jährlich vom Theater Nordhausen. Aus dem Harz kommen Sänger, Ausstattung, Inszenierung. Rudolstadt stellt die 43-köpfigen Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt unter ihrem energischen GMD Oliver Weder. Weder,...
