Millimeterarbeit

Düsseldorf: Deutsche Oper am Rhein: Mozart: Così fan tutte

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Darauf, dass Mozarts «Così fan tutte» eine eher bitter als heitere Komödie ist, deutet bereits der ironische Untertitel «La scuola degli amanti» hin. Hinter dem Verwechslungszauber lauert ein grausames Kammerspiel mit eisiger Desillusionierungskonsequenz – das hat sich inzwischen flächendeckend herumgesprochen. Als harmlose Buffa unter Verschweigung von Mozarts Ambivalenzen wird «Così» heute kaum mehr gegeben.

Ob die Labor-Metapher vom Experiment am offenen Herzen als Deutungsschlüssel die Vielschichtigkeit des Stücks auch verengen kann, statt sie zu weiten, fragte man sich am Ende von Nicolas Briegers Neuproduktion an der Düsseldorfer Rheinoper dann aber doch.

Brieger hat eine Wand aus Glasbausteinen errichtet; auf der ansonsten gähnend leeren Bühne stehen beziehungsreich ein paar mit italienischen Silben beschriftete Würfel herum. Auf jeder der jeweils sechs Würfelflächen steht «fe» – für Ferrando – oder «fi» – für Fiordiligi, «de» für Despina und so fort. Das ergibt sechs Würfel mit jeweils sechs Flächen für sechs Protagonisten. Welche Kombinationen täten sich da auf?

Doch der Regisseur spielt nur mit dieser Idee, entwickelt sie nicht konsequent. Die Würfel werden zwar im Laufe ...

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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Regine Müller

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