Menschliche Grazie

Sie verkörperte die Harmonie von Stimme und Erscheinung: zum 70. Geburtstag der Sopranistin Edith Mathis

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Mit ihrer mädchenhaften Ausstrahlung, ihrer unaufgesetzten Jugendlichkeit hat sie das Rollenbild von Mozarts Susanna ebenso geprägt wie das von Webers Ännchen. In Edith Mathis fanden diese beiden Partien ihre ideale Verkörperung, aber auch als Sophie im «Rosenkavalier», als Zdenka in «Arabella», als Pamina und nicht zuletzt als Cherubino war sie viele Jahre lang eine Traumbesetzung aller großen Opernhäuser.

Stimme und äußere Erscheinung haben selten zu so vollkommener Harmonie gefunden wie bei dieser Sängerin, die sich mit ihren zarten, innigen Soprantönen ins Herz des Pub­likums sang. Jeder Auftritt von ihr schien exemplarisch das zu bestätigen, was Heinrich von Kleist in seinem Aufsatz über das Marionettentheater zur menschlichen Grazie gesagt hatte.
Die junge Schweizerin hatte in Luzern debütiert und war innerhalb kürzester Zeit über Engagements in Zürich und Köln zu einer festen Größe im internationalen Opernbetrieb aufgestiegen. Hamburg, Berlin, München, Salzburg, Wien, London und New York sahen sie regelmäßig zu Gastspielen. Karl Böhm, Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch, Rudolf Kempe, Rafael Kubelik und Carlos Kleiber zählten zu den sie hoch schätzenden Dirigenten, ...

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Opernwelt Februar 2008
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Gerhart Asche

Vergriffen
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