Mehr Konsonanz, bitte

Der Komponist Marc-Aurel Floros und die Autorin Elke Heidenreich pochen mit ihrer in Rheinsberg uraufgeführten Zeitoper «Adriana» aufs große Gefühl

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Elke Heidenreich und ihr Partner, der Komponist Marc-Aurel Floros – sie leiden. Leiden an der zeitgenössischen Musik, an ihrer Unfähigkeit, das Herz zu erreichen. «Die Avantgarde ist geboren aus dem Entsetzen und den Katastrophen des 20. Jahrhunderts», schreibt Floros. «Diese kann sie auch hervorragend ausdrücken. Aber damit sind ihre Möglichkeiten weitgehend erschöpft. Eine Dissonanz kann nur eine Dissonanz sein, wenn auch konsonante Momente auftreten.

» Also hat er, gemeinsam mit Elke Heidenreich, eine Oper geschrieben, die wieder die Gefühlskammern aufschließen soll, so wie Oper das in den 400 Jahren ihrer Geschichte meist getan hat. An sich eine sympathische Unternehmung. Aber kann man das Rad der Zeit zurückdrehen, ohne mehr als schalen Aufguss zu produzieren?

«Adriana» ist Ende Juli von der Kammeroper Schloss Rheinsberg uraufgeführt worden, in Frank Matthus’ erstem Jahr als Chef. Heidenreich – Schriftstellerin, Literaturkritikerin, leidenschaftliche Opernliebhaberin – hat dazu ein Libretto geschrieben, dem man den brennenden Wunsch nach Schönheit in jeder Zeile anhört, das aber auch seltsam gestanzt und entrückt wirkt. Eine junge Frau, Adriana, steht zwischen zwei Männern. Sie ...

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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Udo Badelt

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