Maria, hilf!
Prostituierte, Jüngerin, Ehefrau Jesu: Maria Magdalena steht derzeit hoch im Kurs. Vom Bestseller-Roman «The Da Vinci Code» (2003, deutsch: «Sakrileg») bis zu John Adams’ Oratorium «The Gospel According to the Other Mary» von 2012 – der Läuterungsprozess der neutestamentarischen Sünderin scheint noch längst nicht abgeschlossen.
Auch «The Gospel of Mary Magdalene», das opulente neue Auftragswerk des Komponisten und Librettisten Mark Adamo für die San Francisco Opera, reiht sich in den Marienreigen ein.
Unter Rückgriff auf die Erkenntnisse von Bibelforschern, insbesondere aus Untersuchungen der gnostischen Evangelien von Nag-Hammadi, zeichnet Adamo das facettenreiche Porträt einer charismatischen Frauenfigur, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Lehren Jesu (hier mit aramäischem Namen: Yeshua) ausübt.
In Adamos Exegese ist es Maria, die Yeshua vom Weg des ultra-orthodoxen Fundamentalismus abbringt und ihn zu einem freieren, um den zentralen Begriff der Liebe kreisenden Wirken führt, wie wir es aus dem Neuen Testament kennen. Nebenbei heiratet sie Yeshua, söhnt ihn mit seiner Mutter aus (die hier, um Verwirrung zu vermeiden, Miriam heißt) und legt sich mit Petrus an, der den ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Joshua Kosman
Die Königin der Nacht: mochte sie nicht («Keine Chance, aus der Figur etwas zu machen», sagte sie unlustig im Vorfeld der Salzburger «Zauberflöte» von Achim Freyer im Jahr 1997). Blondchen: mochte sie auch nicht. Überhaupt: Es gebe sehr wenige Rollen für sie, mit ihrer kleinen Stimme. Und jetzt, mit 48, denkt sie ans Aufhören. Juliette? Lucia? Adina? «In meinem...
Vox populi. Klingt gut. Irgendwie griffig. Ein bisschen exklusiv (man spricht Latein!), aber doch der Plebs zugewandt. Unter diesem Motto stand die jüngste Spielzeit der Bayerischen Staatsoper. Also auch die Festspielwochen, mit denen Deutschlands bestausgestattete Opernbühne traditionell das Theaterjahr beschließt. Vox populi. Eine Dachmarke. Auf der Homepage...
Kaum eine Verdi-Darstellung verzichtet darauf, den bekanntesten Brief des Komponisten zu zitieren: «Das Wahre kopieren mag eine gute Sache sein, aber das Wahre erfinden ist besser, viel besser.» Aus dieser spontanen Äußerung nach dem Besuch eines zeitgenössischen Schauspiels ein ästhetisches Credo abzuleiten, ist so verführerisch wie riskant – umso mehr, als das...
