Im Westen nichts Neues
Off-Grand» lautet der programmatische Name der neuen Reihe, mit der die Los Angeles Opera Zuschauerkreise ansprechen möchte, die sich für Werke jenseits des Mainstream-Repertoires interessieren. Eröffnet wurde die Reihe im Performing Arts Center des Santa Monica College mit einer Uraufführung – «Dulce Rosa», der neuen Oper des U.S.-Amerikaners Lee Holdridge, der sich bisher vor allem mit Kompositionen für Film und Fernsehen sowie mit Popmusik-Arrangements einen Namen gemacht hat.
Das Stück basiert auf einer Kurzgeschichte von Isabel Allende und zeichnet das Porträt der jungen Titelheldin Rosa, Tochter eines Senators, der von Guerilla-Kämpfern ermordet worden ist. Besessen von dem Wunsch, den gewaltsamen Tod ihres Vaters zu rächen, verliebt sich Rosa ausgerechnet in den Attentäter – und wird schließlich selbst von ihrem früheren Verlobten umgebracht. Für ein hohes Maß an Gefühlschaos und dramatischem Konfliktpotenzial ist also gesorgt, so dass sich der Stoff für die Opernbühne geradezu anbietet. Doch statt in die Untiefen von zerstörerischer Liebe und blindem Hass einzutauchen, scheint Holdridge das Publikum in erster Linie mit einer melodieseligen Partitur betören zu wollen. Für ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Simon Williams
Herr Pearson, welche Aufgaben hat eigentlich ein Korrepetitor?
Die Vorbereitung der Sänger in allen Aspekten: korrekte Intonation, Rhythmus, Notenwerte, Phrasieren, Atmen, Dynamik, Text, Aussprache, einfach alles. Nach 39 Jahren im «Business» traue ich mir auch ein Urteil über die Gesangstechnik zu, schlage vor, was besser gemacht werden könnte. Und es hilft, wenn...
Ein Dirigentenstar als Vorkämpfer der Avantgarde – diese Konstellation gibt es in der Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts nur höchst selten. Als 1923 der Klavierauszug von Alban Bergs «Wozzeck» erschien, war der gerade zum Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper ernannte Erich Kleiber der Einzige, der sich für die Uraufführung des Werks...
Die Oper ist und bleibt der Wolpertinger unter den Künsten, bei dem sich Text, Musik und Szene gegenseitig unterstützen, kommentieren oder im Wege stehen. Diese Offenheit des Genres weckt zuweilen die Begehrlichkeit, alles hineinzuwerfen, auf dass am Ende schon irgendetwas Neues oder Aktuelles herausschaue. Das jüngste Projekt der Deutsche Bank Stiftung und ihres...
