Mal wieder richtig austoben

Eduardo López Banzo stürzt sich in die Musik von Händels «Rodrigo»

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Die Zweifel, die Händel-Forscher Rainer Heyink im Booklet der Neueinspielung am mutmaßlichen Auftraggeber des «Rodrigo» äußert, scheinen nur allzu berechtigt: Sollte der toskanische Großherzog Ferdinando de Medici wirklich eine Oper bestellt haben, in der ausgerechnet der Herrscher als ziemlicher Versager porträtiert wird? Bei der Florentiner Uraufführung 1707 wurde Händels erstes in Italien geschriebenes Bühnenwerk unter dem Titel «Sich selbst besiegen ist die größte Kunst» präsentiert – etwas euphemistisch, denn den Sieg über seine zahlreichen innenpolitischen Gegner traut

man dem Westgotenkönig Rodrigo ohnehin nicht zu. Schon in seiner ersten Arie, dem verträumten «Occhi neri» zeigt Händel den Herrscher als Softie, der versucht, die von ihm sitzengelassene Florinda zu trösten. Dem Umsturzwillen, mit dem die abservierte Geliebte und ihre Verbündeten eine Schlacht- und Rachearie nach der anderen abfeuern, hat der Herrscher kaum Gleichwertiges entgegenzuhalten – selbst seine kämpferischen Stücke wie «Vanne in campo» besitzen in ihrer dunklen Eintrübung einen leicht miesepetrigen Ton – anders als bei seinen Gegnern wollen die Koloraturen bei Rodrigo nicht recht zünden. Am Ende wird ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Medien/CDs, Seite 31
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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