Mal so, mal so

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Es herrschte wieder Kampf um Wien zur Zeit, da dieser Beitrag geschrieben wurde. Im Oktober standen Wahlen an, und die auch durch die EU-Beitrittsverhandlungen geförderte Erinnerung an die historischen Auseinandersetzungen Wiens mit den Türken waren ein zentrales Thema. Doch was sind Parolen wie etwa «Deutsch statt Nix versteh’n» (der Freiheitlichen) gegen Johann Wilhelm Ludwig Gleims Verse? «Ich möchte wohl der Kaiser sein! Den Orient wollt ich erschüttern, die Muselmänner müssten zittern, Constantinopel wäre mein», reimte er. Allerdings vor mehr als zweihundert Jahren.


1788 hatte Österreich der Türkei einmal mehr den Krieg erklärt, und Mozart nutzte Gleims Gedicht sowie den in Hochblüte ­stehenden Chauvinismus zu einem «teutschen» Kriegslied (KV 539). Um die drohende Gefahr auch akustisch zu verdeutlichen, setzte er auf eine krachende Batterie von türkischen Militärinstrumenten. Und Nikolaus Harnoncourt, der solches Instrumenta­rium etwa schon in seiner Einspielung von «Die Entführung aus dem Serail» effektvoll zu nutzen wusste, steigert das kriegerische Klangbild mit seinem Concentus Musicus furios. Dies alles ereignet sich auf Thomas Hampsons neuer Recital-CD, kreiert in ...

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Opernwelt November 2005
Rubrik: CDs, Seite 56
von Gerhard Persché

Vergriffen
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