Neapel an der Salzach
In den letzten Jahren waren die Salzburger Pfingstfestpiele eher gediegen: Konzeptionell reichlich verwaschen, boten sie mittleren bis guten Ensembles eine Durchgangsstation fürs jeweils aktuelle Programm.
Der neue Salzburger Intendant Jürgen Flimm und sein Konzertchef Markus Hinterhäuser wollen dies nun ändern und zogen den italienischen Stardirigenten Riccardo Muti ins Boot. Des Maestros Geburtsstadt Neapel ist der Ausgangspunkt für eine zunächst auf drei Pfingstfeste angelegte Reise auf kaum bekanntes Terrain.
Neapel, wichtige Musikmetropole des 17. und vor allem 18.
Jahrhunderts, dient als künstlerisches Gravitationszentrum – einst dort Gespieltes und heute Vergessenes will Muti an die Salzach bringen. Dafür grub er in Spezialbibliotheken und förderte einige verschollen geglaubte, zum Teil nicht einmal in Katalogen erfasste Opern und Oratorien zutage.
Als Erstes erlebte man in Salzburg nun die Wieder(ur)aufführung einer unbekannten Oper von Domenico Cimarosa. «Il ritorno di Don Calandrino» ist ein Frühwerk, eine Buffa mit recht konventioneller Handlung. Das Dörfchen Monte Secco wartet auf den aus Neapel heimkehrenden Calandrino, einen Säufer und Hochstapler, dessen Naivität und ...
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Mehr als vierzig Opern hat Francesco Cavalli zwischen 1639 und 1673 geschrieben. Er zählte zu den meistaufgeführten Komponisten seiner Zeit. Mit dem Aufkommen der Gesangsoper und des Kultes um die Virtuosenarie verblasste Cavallis Ruhm. Seine noch am Deklamationsstil Monteverdis orientierten Bühnenwerke gerieten gründlich in Vergessenheit – für drei Jahrhunderte....
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