Linz verändert
Melancholie verschattet die Gesichter der beiden Knattermimen: «In Linz müsste man sein ...» Die süffisante Schlusspointe des legendären Sketchs von 1959 mit Helmut Qualtinger und Johann Sklenka, in dem zwei Provinzschauspieler ihr Leben Revue passieren lassen und ihren Träumen nachhängen, ist längst zum Sprichwort geworden. Ganz im Sinne des hierzulande begeistert geübten Linz-Bashing, an dem auch Thomas Bernhard mit seinem «Heldenplatz» teilnahm: «... in Linz geboren, allein das ist ein fürchterlicher Gedanke».
Natürlich sei Linz lange gezeichnet gewesen von traumatischen Folgen des Nationalsozialismus; das musste verdaut werden, meint Rainer Mennicken, noch Intendant der Linzer Bühnen. Aber es vollziehe sich nicht nur ein Imagewechsel, die Menschen entwickelten sich und ihre Lebensverhältnisse mit beachtlicher Dynamik. «Linz verändert», hätten sie sich zum Wahlspruch gemacht. Mennicken selbst kam 2006 mit Freude nach Linz. «Mir ist angekündigt worden, dass es keine Einsparungen beim Landestheater geben wird, sondern im Gegenteil Erweiterungen: ein Kulturhaupstadt-Jahr, den Theaterneubau, Personalzuwachs, bessere Produktionsbedingungen. Ich war Feuer und Flamme. Manches braucht ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Gerhard Persché
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