Linz verändert
Melancholie verschattet die Gesichter der beiden Knattermimen: «In Linz müsste man sein ...» Die süffisante Schlusspointe des legendären Sketchs von 1959 mit Helmut Qualtinger und Johann Sklenka, in dem zwei Provinzschauspieler ihr Leben Revue passieren lassen und ihren Träumen nachhängen, ist längst zum Sprichwort geworden. Ganz im Sinne des hierzulande begeistert geübten Linz-Bashing, an dem auch Thomas Bernhard mit seinem «Heldenplatz» teilnahm: «... in Linz geboren, allein das ist ein fürchterlicher Gedanke».
Natürlich sei Linz lange gezeichnet gewesen von traumatischen Folgen des Nationalsozialismus; das musste verdaut werden, meint Rainer Mennicken, noch Intendant der Linzer Bühnen. Aber es vollziehe sich nicht nur ein Imagewechsel, die Menschen entwickelten sich und ihre Lebensverhältnisse mit beachtlicher Dynamik. «Linz verändert», hätten sie sich zum Wahlspruch gemacht. Mennicken selbst kam 2006 mit Freude nach Linz. «Mir ist angekündigt worden, dass es keine Einsparungen beim Landestheater geben wird, sondern im Gegenteil Erweiterungen: ein Kulturhaupstadt-Jahr, den Theaterneubau, Personalzuwachs, bessere Produktionsbedingungen. Ich war Feuer und Flamme. Manches braucht ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Gerhard Persché
Amerikanische Oper? Ein Schmerzenskind. Die wichtigsten Beispiele, George Gershwins «Porgy and Bess», Scott Joplins «Treemonisha» und Leonard Bernsteins «Candide» tendieren zum Jazz, zum Ragtime oder zum Musical; Samuel Barbers «Vanessa» war ein Misserfolg. Erst im Rahmen der Minimal Music, bei John Adams, Steve Reich und Philip Glass, kommt die Gattung idiomatisch...
Oper? Natürlich nicht oder doch nur ein wenig. Szenisches Konzert? Eine Spur auch davon. Themenabend mit Musik? Schon eher. Indes, «Musik- und Tanztheater» nennen der deutsche Schauspielregisseur Sebastian Nübling und der belgische Choreograf Ives Thuwis ihr nicht ganz zweistündiges Basler Programm.
Eine «Méditation sur ma mort future» kündigt die Leuchtschrift...
Volksstück, böse Satire, plattgewalzte Trash-Oper? Vor allem Letzteres. Ödön von Horváths bodenlose Spießertragödie «Geschichten aus dem Wiener Wald», die der Wiener Komponist HK Gruber 2014 bei den Bregenzer Festspielen als gleichnamiges Musiktheater präsentierte, in der Regie Michael Sturmingers (des Librettisten), ist nun in einer außer Rand und Band geratenen...
