... Lied und Oper
Herr Hampson, singt ein prononcierter Liedsänger wie Sie Opern anders?
Mag sein. Wahr ist, dass ich vom Liedgesang viel gelernt habe, zum Beispiel musikalische Ruhe und Ausgeglichenheit herzustellen, ebenso Innerlichkeit, auch das Ausspinnen eines Erzählfadens. Ich bin übrigens auch ein Verteidiger von Dietrich Fischer-Dieskau. Wir sollten nicht so obergescheit sein und auf ihn herabblicken.
Inwiefern?
Fischer-Dieskau war gewiss in den letzten Jahren seiner Karriere hauptsächlich als Liedersänger tätig.
Wenn man aber seine Blütezeit betrachtet, mit Falstaff, Mandryka, Macbeth und Doktor Faustus, müssen wir zugeben: ein Wunder! Auch von der angeblich so manierierten Elisabeth Schwarzkopf können wir noch viel lernen. Diese Sänger haben durchaus nicht zur «Sprecherei» geneigt, wie sie mich heute beim Liedgesang oft abschreckt. Sie kamen von der Oper her und waren von daher gegen den heute leider üblichen Sprechgesang gefeit.
Kann der Liedgesang in Ihren Augen von der Oper profitieren?
Unbedingt. Etliche der heutigen Liedersänger wären für die Opernbühne völlig ungeeignet. Die Stimme vibriert nicht. Sie trägt nicht. Ist zu eng. Bitte verlangen Sie jetzt keine Namen von mir. Die Oper nützt ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Apropos, Seite 71
von Kai Luehrs-Kaiser, Interview, Hampson
Es wäre müßig, ein weiteres Mal die Querelen um die Oper der Stadt Köln im Detail aufzurollen. Das ist in den letzten Monaten oft geschehen, auch in dieser Zeitschrift (siehe OW 12/2011). Darum hier nur eine kurze Erinnerung. 2009 ist das Kölner Opernhaus baulich marode und künstlerisch bedeutungslos. Der neue Intendant Uwe-Eric Laufenberg soll es wieder auf...
Impressum
53. Jahrgang Nr. 6
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752244
Redaktion Opernwelt
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www.opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 09.05.2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Irgendwann war da nur noch die Angst. Wenn René Voßkühler auf die Bühne musste, folgte sie ihm. Wie ein Raubtier, das jeden Moment zum Sprung ansetzen konnte. Diese Panik vor dem Überfall war das Schlimmste. Vor einer Attacke aus dem Hinterhalt. Ein permanenter Alptraum, der ihm die Kehle abschnürte. Über jedem Auftritt stand die unausgesprochene Frage: Was ist,...
