Liebevoll ausgestellt
Betonquadergleich trotzt das Gebilde der Stadtsilhouette. Als Lichtspielhaus lässt es sich längst nicht mehr bezeichnen, eher als Kintopp-Supermarkt, als Abspielanlage für Blockbuster. Umso attraktiver für immer mehr Cineasten die kleinen, feinen Kinos. So eines wie das Neue Rex, westlich des Münchner Stadtzentrums gelegen und nun auf die Bühne des Prinzregententheaters kopiert. Axel Ranisch, wer will es dem Kinomann («Dicke Mädchen») und TV-Verstörer («Tatort: Babbeldasch») verübeln, fängt dort an, wo er sich zu Hause fühlt.
Sein Kniff ist ja nicht neu: Das Putzen, Popcorn-Herstellen, Kartenabreißen und Vorführen wird irgendwann gestört, durchdrungen von eben jenen, die eigentlich zur schwarz-weißen Zweidimensionalität verdammt sind. Woody Allen hat das in «The Purple Rose of Cairo» wunderbar durchgespielt. Ranisch nimmt es auf und überdreht das in einen anderen Humor – den von Monty Python’s «Ritter der Kokosnuss».
Irgendeinen Kunstgriff braucht es schließlich für Joseph Haydns «Orlando Paladino». Nikolaus Harnoncourt adelte das «Dramma eroicomico» zur besten Oper seiner Zeit. Vermeintlich klafft da allerdings eine Lücke – zwischen der Experimentierlust Haydns und einer krausen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Markus Thiel
Wer als Teilnehmerin oder Teilnehmer eingeladen ist, kann sich vom Maestro persönlich angesprochen und auf mannigfache Art betreut fühlen. Das gilt vor allem für die jungen Talente, die von einer internationalen Jury ausgewählt wurden: in diesem Jahr je vier Dirigenten und Korrepetitoren. Zum engen Kreis gehören auch die von Riccardo Muti engagierten Sänger und...
Von außen ähnelt das Haus eher einer Scheune als einem Theater, aber das sagten kundige Bayreuth-Besucher seinerzeit auch über das große Festspielhaus. Und jetzt eben über die Probebühne in seinem Schatten, auf der seit zehn Jahren – als beinahe einzige Erfindung Katharina Wagners, die ihre Intendanz überdauern könnte – Wagner für Kinder gezeigt wird.
Die Idee...
Luigi Rossi (1597-1653), Tonschöpfer aus Torremaggiore, wäre, hätte er das Elixir fürs ewige Leben gefunden, nun 421 Jahre alt. Seiner Musik scheint dies indes gelungen; nach langen Jahren des Schattendaseins wirkt sie revitalisiert, frisch und lebendig. Dies gilt zweifellos auch für Rossis Version des Orpheus-Mythos. Raphaël Pichon, Shootingstar der Alten Musik...
