Liebesfrust und -lust

Fünf sehr unterschiedliche Versionen von Verdis «Falstaff» auf DVD

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Das «Prima la musica»-Postulat in der Oper, so obsolet es ohnehin ist, kann bei einem Werk wie Verdis «Falstaff» geradezu zerstörerische Wirkung haben, denn hier haben wir es mit dem Idealfall einer Symbiose von Text und Musik im Dienste des Theaters zu tun.

Als Carlo Maria Giulini diese Musikkomödie vor fünfundzwanzig Jahren in identischer Besetzung in Los Angeles und London dirigierte, hatte er dem Theater längst angewidert den Rücken gekehrt und sich für dieses Comeback eines Regisseurs (Ronald Eyre) versichert, der nicht viel mehr als ein Lakai gewesen sein kann: Er riskiert nicht einmal in Ansätzen eine Inszenierung, sondern arrangiert dirigentenfreundlich ein Konzert in Kostümen. Von den fünf Produktionen, die in den letzten Monaten als DVD neu oder wieder aufgelegt wurden, ist dieser mit Neugier erwartete Londoner Mitschnitt die uninteressanteste und für den, der die amerikanische Version als Platte besitzt, eine herbe Enttäuschung. Allerdings ist auch Giulinis musikalische Auffassung dieses Spätwerks Geschmackssache. Man kann sie mit freundlicher Anerkennung als abgeklärt bezeichnen, vom Sarkasmus und gelegentlich brüllenden Witz in der Partitur ist nicht viel zu hören. ...

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Opernwelt August 2007
Rubrik: DVDs, Seite 58
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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