Liebe lehrt sehen

Tschaikowsky: Jolanthe / Strawinsky: Feuervogel am Theater Hagen

Opernwelt - Logo

Der Bühnenbildner, so Hugo von Hofmannsthal in seinem kleinen Essay «Die Bühne als Traumbild», «muss durchs Auge gelebt und gelitten haben. Tausendmal muss er sich geschworen haben, dass das Sichtbare allein existiert, und tausendmal muss er schaudernd sich gefragt haben, ob denn das Sichtbare nicht, vor allen Dingen, nicht existiert.» Jolanthe, die Titel - figur von Tschaikowskys letzter Oper, ist seit früher Kindheit durch ein tragisches Unglück blind. Weder weiß sie, was Sehen ist, noch kennt sie das Licht. Augen, so sagt sie es selbst, sind für sie nur das Organ zum Weinen.

Von der Außenwelt abgeschirmt, lebt sie in einem blühenden Garten, den auf Befehl ihres Vaters, des Königs René, kein Fremder betreten darf. Ihrer Amme und den Dienerinnen ist es bei Todesstrafe verboten, sie über ihre Blindheit und die Schönheit des Sehens aufzuklären. Sehen, sagt der maurische Wunderheiler Ibn-Hakia, werde sie erst können, wenn sie selbst es wolle.

Regisseurin Isabel Ostermann und Ausstatterin Julia Burkhardt setzen in ihrer Hagener Inszenierung diesen symbolistischen Ideendiskurs von der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit der Dinge, von Körper und Seele unmittelbar auf die Szene. Was wir ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2025
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Uwe Schweikert

Weitere Beiträge
Liebe ist nur eine Möglichkeit

Sinnierend sitzt sie am äußersten Bühnenrand und lauscht der traurigen Weise des Englischhorns. Wo wir sind? Im dritten Aufzug von Wagners Weltendrama «Tristan und Isolde». Eigentlich ist dieser Akt auf Isoldes sehnlichst erwartete Ankunft in Tristans Heimat Kareol ausgerichtet. In Eva-Maria Höckmayrs Inszenierung am Staatstheater Darmstadt aber ist Isolde von...

Tanz weckt Geschichten auf

Zukunftsmusik hat immer eine Beziehung zur Musik der Vergangenheit. Die Volksoper Wien hat eine fortlaufende Reihe an Stücken begonnen, in der Formen des Erzählens im Musiktheater untersucht werden. Ausgangspunkt ist stets die Verschmelzung bereits existierender mit neu komponierter Musik.

Musik ist in dieser Reihe nicht nur Mittel, sondern immer auch Botschaft....

Spielpläne 4/25

ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung

DEUTSCHLAND

Aachen
Theater Aachen

www.theateraachen.de
- Offenbach, Orpheus in der Unterwelt: 2., 21.
- Kemp, Vom Fischer und seiner Frau: 3., 4.
- Puccini, La Bohème: 13., 19., 26.

Altenburg/Gera
Theater Altenburg Gera

https://theater-altenbur...