Liebe ist kälter als der Tod
Drei DVD-Produktionen von Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» sind jetzt fast gleichzeitig auf den Markt gekommen – ein Beweis dafür, welchen Stellenwert diese frühe Oper seit Harnoncourts und Ponnelles Zürcher Pioniertat im Repertoire der großen internationalen Opernhäuser mittlerweile einnimmt.
Bereits 1997 brachte David Alden seine Inszenierung bei den Münchner Opernfestspielen heraus.
Mit dem damaligen Leitungs-Team, aber durchweg neuen Sängern schuf er zwölf Jahre später am Teatre del Liceu in Barcelona eine Reprise, die jetzt erfreulicherweise auf DVD erhältlich ist. Diese Produktion ist ein Theatervergnügen der Extra-Klasse, oft zum Brüllen komisch, aber mehr als ein Jux, durchaus auf der geistigen Höhe des luziden Textes von Francesco Busenello. In der Kostümierung Buki Shiffs werden die Zeiten – Römisches Altertum, venezianisches Barock und Jetztzeit – bunt durcheinandergewirbelt, auch die variable Szenerie Paul Steinbergs ist historisch ambivalent. Aldens Regie spielt mit den Versatzstücken der verschiedenen Genres – zitiert, ironisiert, persifliert, karikiert. Ein großes komisches Welttheater, bei dem Shakespeare wie Monty Python Pate gestanden haben.
Alden kann ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Medien CDs/DVDs, Seite 20
von Ekkehard Pluta
Im nächsten Jahr wird der 200. Geburtstag Giuseppe Verdis gefeiert, da stehen uns wohl eine Menge – und ich fürchte: größtenteils überflüssige – CD- und DVD-Publikationen ins Haus. Dass seine Opern keine Selbstläufer sind, sondern echte Herausforderungen an Sänger, Dirigenten und Regisseure darstellen, belegt das Angebot an historischen und neuen Live-Aufnahmen der...
«The Show must go on! Inside my heart is breaking, my make-up may be flaking, but my smile, still, stays on!» Der Refrain des Songs, mit dem der bereits schwerkranke Freddy Mercury einen letzten Hit landete, klingt verdächtig nach dem «Vesti la giubba» Canios. An der Wiener Volksoper steht Leoncavallos «Bajazzo» gerade auf dem Programm, für einmal nicht mit...
Irgendwann war da nur noch die Angst. Wenn René Voßkühler auf die Bühne musste, folgte sie ihm. Wie ein Raubtier, das jeden Moment zum Sprung ansetzen konnte. Diese Panik vor dem Überfall war das Schlimmste. Vor einer Attacke aus dem Hinterhalt. Ein permanenter Alptraum, der ihm die Kehle abschnürte. Über jedem Auftritt stand die unausgesprochene Frage: Was ist,...
