Liebe in Zeiten des Wahnsinns
Draußen Regen. Novemberwind. Ein kalter Abend nach einem trüben Tag, grau in grau. Drinnen auf der Bühne mediterranes Chiaroscuro, hartes Dunkel durchkreuzt von flirrendem Licht, weiße Wände wie mit schwarzer Tinte bespritzt – Kontraste, scharf wie die Rapiere der Fechter, die sich mit Aggression aufpumpen gegen den nachbarlichen Feind. Aus solcher Enge quasi im rechten Winkel herausstechend die großen Gefühle zweier Liebenden, so unbegrenzt wie schmerzhaft und tödlich. Liebe in Zeiten des Wahnsinns. Bellinis «I Capuleti e i Montecchi».
Eine überzeugende Produktion der Opernkompanie im norwegischen Bergen.
Überhaupt: Oper in Bergen. «Do what Norwegians do – eat reindeer sausage», wirbt ein Würstelbrater am Hafen um Touristen-Gaumen. Ob Rentierbratwurst zum bevorzugten Verzehr der Nordmänner gehört, soll hier nicht hinterfragt werden; wir hätten eher auf Fisch getippt. Dass ein Opernbesuch lange nicht zu dem zählte, what Norwegians do, ist indes unbestritten. Zumal in Bergen, Norwegens zweitgrößter Stadt. Doch zuletzt hat sich da einiges geändert. Denn seit einem Jahrzehnt gibt es die Bergen Nasjonale Opera, und diese, seit 2010 unter der Leitung der Schottin Mary ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Gerhard Persché
Wie wahr und wie prophetisch, was Shakespeare seinen Macbeth sagen lässt: «Life is a tale, told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing.» Als hätte er den amerikanischen Wahlkampf 2016 vorweggenommen. Oder den Mann mit dem Fliegenbärtchen in den 1930er-Jahren. Oder viele andere populistische Heißluftballone, denen die Knetmasse Volk nachlief...
Seltsam, dass das im Nationaltheater München keiner komisch findet. Wenn die Solo-Posaune, drastisch vom b übers a und as zum g herabschmierend, postkoitale Erschlaffung illustriert und acht Takte später noch dreimal, im Gestus ähnlich, mit fallender Sekunde von versiegender Manneskraft quäkt. Es ist eine berühmt-berüchtigte Opernszene, unverstellt hat Dmitri...
ARD alpha
08.01. – 20:15 Uhr
Thomas Hengelbrock dirigiert Brahms und Beethoven
Triumphlied op. 55; SymphonieNr. 5 c-Moll op. 67
15.01. – 11.00 Uhr
Frank Peter Zimmermann
und Alvaro Pierri spielen im Kloster Andechs Werke von Manuel de Falla, Mauro Giuliani und Johann Sebastian Bach
22.01. – 11.00 Uhr
Miroslav Srnka: South Pole
Bayerische Staatsoper
22.01. –...
