«Lieb’ und Leid! Welt und Traum!»
Der Ton von Mahlers Liedern ist einzigartig in der Musik des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Auf den jungen Anton Webern machten sie «förmlich einen kindlichen Eindruck» – kunstvolle Naivität, die in ihrer scheinbaren Simplizität, ihrem Schwanken zwischen Sentimentalität und Nüchternheit, Subjektivität und Ironie ganz bodenständig volkstümlich wirkt und zugleich in ihrer gebrochenen Objektivität ein Äußerstes an Ausdruck und Differenziertheit beschwört.
Hugo Wolfs psychologisierender Lyrik wie Richard Strauss’ selbstverliebtem Klangrausch steht Mahlers Musik gleichermaßen fern. Alles an ihr gibt sich leicht, ja einfach und ist dennoch schwer.
Das gilt auch für die Interpretation der insgesamt zwanzig unter dem Titel «Lieder der Jugend» kompilierten Stücke des Zwanzig- bis Dreißigjährigen, die das britische Independent-Label Signum Records jetzt vorlegt. Der versierte Begleiter Joseph Middleton verteilt die Last des Vortrags auf insgesamt vier Vokalisten und berücksichtigt dabei die emotionale Spannweite der Lieder. Keiner werde sie gut singen, hatte einst Adorno prophezeit, der nicht die Gebrochenheit des «Als-Ob» fände, «die Wechselwirkung zwischen dem Idiom und dem, was davon ...
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Opernwelt November 2026
Rubrik: Medien, Seite 47
von Uwe Schweikert
Verdis «Il trovatore» zählt nicht zwingend zu den leicht-lockeren dirigentischen Übungen. So verzwickt die Handlung anmutet, so vielschichtig stellt sich auch die musikalische Textur dieses mittleren jener drei düsteren Nachtstücke dar, die der italienische Komponist zwischen 1853 und 1862 schrieb; und wie in den Bühnenwerken «Simon Boccanegra» und «La forza del...
arte
01.11. 17.00 Uhr
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