Licht und Schatten
Katharina Wagners «Meistersinger»-Inszenierung ist zweifellos das, was man einen Wurf nennt: frisch, frei, ironisch, ehrlich, der Komplexität des Stückes in jedem Moment gewachsen. Sie entdeckt viel Düsteres und Böses, wo üblicherweise die Jubelparade dominiert. Sie ist offen in den Ideen, aber geschlossen in der theatralen Umsetzung. Sie spielt mit Erwartungshaltungen, verrät aber nie die Musik. Im Gegenteil: Wer sie gesehen hat, wird danach vieles anders hören. Es hat deshalb über allen Marketing-Effekt hinaus auch eine künstlerische Berechtigung, wenn sie nun auf DVD herauskommt.
Mitgeschnitten wurde 2007 und zwar sowohl bei Proben wie bei der Premiere (wodurch winzige Synchronisierungspatzer zu erklären sein dürften). Im Einsatz waren viele, im ganzen Haus verteilte Kameras. So kommt es zu manch ungewohnter Perspektive. Die Bildregie von Andreas Morell schwankt und schwenkt mutig zwischen Totale, Halbtotale und Nahaufnahme. Dass sie trotz aller Beweglichkeit kaum einfangen kann, was da in Bayreuth alles zu erleben war, spricht für die Qualität der Aufführung, genauer: für deren raumgreifende Simultaneität. Manches, wie die Wand der Meister im ersten Teil des dritten Aktes oder ...
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Herr Jacobs, Sie haben sich vom Frühbarock in die Wiener Klassik vorgetastet. Bei den Mozart-Dirigenten alten Schlages, wie etwa Karl Böhm, war es eher umgekehrt, die kamen von Romantik und Spätromantik. Ist der Zugang zu Mozart also heute ein ganz anderer?
Bei mir hat es an erster Stelle damit zu tun, dass ich meine Karriere als Countertenor begonnen habe und schon...
Gleich vorweg: Dies ist eine Aufführungskritik. Sie beschäftigt sich mit der jüngsten Premiere der Deutschen Oper Berlin und nicht mit der Frage nach einer Vertragsverlängerung von Kirsten Harms oder der hauptstädtischen Opernsituation. Beides miteinander zu verknüpfen, ist so leicht wie unsinnig. Wir wünschen also vorweg der Deutschen Oper eine sichere und...
Am Abend des 21. Januar 2008 versetzten der Regisseur Benjamin Lazar und der Dirigent Vincent Dumestre die französische Opernszene in einhelligen Begeisterungstaumel. «Ein berauschendes Barockfest», schwärmte «Libération» über die neue Produktion an der Opéra Comique, «ein Spektakel, das man gesehen haben muss», konstatierte der «Figaro», und «Le Monde» pries das...
