Licht und Schatten
Katharina Wagners «Meistersinger»-Inszenierung ist zweifellos das, was man einen Wurf nennt: frisch, frei, ironisch, ehrlich, der Komplexität des Stückes in jedem Moment gewachsen. Sie entdeckt viel Düsteres und Böses, wo üblicherweise die Jubelparade dominiert. Sie ist offen in den Ideen, aber geschlossen in der theatralen Umsetzung. Sie spielt mit Erwartungshaltungen, verrät aber nie die Musik. Im Gegenteil: Wer sie gesehen hat, wird danach vieles anders hören. Es hat deshalb über allen Marketing-Effekt hinaus auch eine künstlerische Berechtigung, wenn sie nun auf DVD herauskommt.
Mitgeschnitten wurde 2007 und zwar sowohl bei Proben wie bei der Premiere (wodurch winzige Synchronisierungspatzer zu erklären sein dürften). Im Einsatz waren viele, im ganzen Haus verteilte Kameras. So kommt es zu manch ungewohnter Perspektive. Die Bildregie von Andreas Morell schwankt und schwenkt mutig zwischen Totale, Halbtotale und Nahaufnahme. Dass sie trotz aller Beweglichkeit kaum einfangen kann, was da in Bayreuth alles zu erleben war, spricht für die Qualität der Aufführung, genauer: für deren raumgreifende Simultaneität. Manches, wie die Wand der Meister im ersten Teil des dritten Aktes oder ...
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Ein Publikumsmagnet sollte die neue «Lustige Witwe» der Semperoper werden – und schaffte es am Ende nur auf einen Platz unter den Ärgernissen des Jahres in der Kritikerumfrage der «Opernwelt». Nur das MDR-Fernsehballett verhinderte am Abend des 21. Dezember 2007 ein Totalfiasko der Premiere, die zeitversetzt am gleichen Tag von arte übertragen wurde (siehe OW...
Während der ganzen Aufführung steht die Bühne zentimetertief unter Wasser, dem Element von Leben und Tod. Kent Nagano hat seine Frackhose fast bis zum Knie hochgekrempelt, um den Applaus mit den Darstellern entgegenzunehmen. Er scheint sich über den Beifall fürs Regieteam, für die Sänger, allen voran Michael Volle als stimmgewaltiger Wozzeck, zu freuen. Das...
Cecilia Bartolis «Maria»-Album war, neben vielem anderen, ein Versprechen – ein Ausblick auf eine anstehende Neuerkundung des romantischen Belcanto-Repertoires, gestützt auf sorgfältig revidierte Notentexte, gespielt von einem Orchester mit historischen Instrumenten in einer gegenüber dem heutigen Standard deutlich tieferen Stimmung. Die Gesamtaufnahme von Bellinis...
