Lenas Welt
Die eine Farbe. Blau. Schon im Alten Testament findet sie Erwähnung (Exodus 28, 5-35) und ebenso in Homers «Ilias». Blau, das steht, je nach philosophisch-anthropologischem Kontext, für vieles: für zwiespältige Tiefe, für Jungfräulichkeit, für Bewusstsein und Weisheit (dharma-dhatu), für sanfte, ätherische Stimmung, für Ausschweifung, die Sehnsucht nach dem Reinen. Mochte der Deutschen liebster Dichter auch spötteln, Blau sei ein «reizendes Nichts», so hat die Faszination Blau doch bis heute Bestand.
Und hat, gegen Goethe, einen veritablen Zeugen auf ihrer Seite: «Ich muss eine Weile ruhig sein», sagt Albinus, ganz und gar verzückt seiner Todesvision zugeneigt, in Nabokovs Roman «Gelächter im Dunkel», «und dann ganz langsam weitergehen, entlang an diesem grellen Schmerzenslaut, hin zu dieser blauen, blauen Welle. Welche Wonnen birgt das Blau. Ich wusste gar nicht, wie blau Blau sein kann.»
Lena wusste es vermutlich auch nicht. Und ebenso wenig, dass es blaue Hirsche gibt. Eines Tages aber lösen sich diese wundersamen Tiere aus einer Vase heraus, schweben zu ihr hin, und schwupps, mit einem Blick hat Lena ihr ganz persönliches Geheimnis. Nur: wie damit umgehen? Es ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Jürgen Otten
Schottisches Hochland auf der Leinwand – gemalt, bühnenfüllend. Von der Seite nähern sich drei schwarze Gestalten mit leichenblassen Masken: die Hexen. Ihre langen, knöchernen Finger deuten nach vorne, in die Zukunft. Paukengrollen. Die Gestalten verschwinden. Sie werden wiederkommen – und das Unheil mit ihnen.
Schon im ersten Bild von Donizettis «Lucia di...
Matthias Klink
Sein Stammhaus ist die Oper Stuttgart, wo er nicht nur als Strauss’ Herodes Furore machte. Kirill Petrenko wollte den Tenor unbedingt für seine Münchener «Lulu» haben. Im Februar steht Matthias Klink erneut als Alwa auf der Bühne, in Hamburg. Danach kommt Brittens Aschenbach. Ein Gespräch
Ab ins Zentrum
Jahrzehntelang hat das Ensemble der...
Große Massen auf leichten Füßen zu halten – das ist eine Kunst für sich. Der vereinigte Chor des Theaters Vorpommern und der Oper im Schloss Stettin ist eine beachtliche Masse, aber flotten Schrittes und stimmlich auf Zehenspitzen ziehen die Sänger als Edelleute in Wagners «Tannhäuser» auf die Wartburg. Die Choreinstudierung durch Malgorzata Bornowska und...
