Lehár ohne Schmalz
Schau an, das können sie also auch! Die Frankfurter Oper gilt nicht unbedingt als Hort der Operette – die konzertante Aufführung von Lehárs «Graf von Luxemburg» (1909) war tatsächlich eine Frankfurter Erstaufführung, sie hat dem dortigen Publikum außerordentlichen Spaß bereitet. Dem Hörer des CD-Mitschnitts geht es, mit Einschränkungen, genauso. Das Frankfurter Museums- und Opernorchester spielt unter der Leitung der jungen Koreanerin Eun Sun Kim in Silvesterlaune auf; für Sentimentalitäten ist da kein Platz, musikantischer Schwung verbindet sich mit instrumentalem Feinschliff.
Die Besetzung aus Gästen und dem gediegenen hauseigenen Ensemble lässt kaum Wünsche offen. Daniel Behle gibt den Titelhelden mit schlankem, elegantem, in allen Lagen unangestrengtem Tenor, allenfalls fehlt ihm die Ausstrahlung des Hallodris. Nicht ganz ideal besetzt ist die Sängerin Angèle mit Camilla Nylund; sie kann ihren Wagner-Sopran nicht immer genügend bändigen. Sebastian Geyer klingt zumindest auf der Konserve zu jung, zu lyrisch für den alten Fürsten Basil.
Laut Booklet wurde in Frankfurt eine neue Dialogfassung auf der Grundlage der Berliner Zweitfassung von 1937 gespielt. Die ist allerdings auf ...
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ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Janáček, Katja Kabanowa: 12. (P), 19., 26.; 14. 12.
ML: Thorau, I: Torell, B: Vinciguerra
– L’incoronazione di Poppea: 17.
Altenbur...
Es ist nur eine Vermutung. Aber als Premierengast dieser Inszenierung wäre der russische Präsident Wladimir Putin wohl so wenig amused gewesen wie weiland Josef Wissarionowitsch Stalin, als er 1936 Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» in seiner Loge verfolgte, um sie daraufhin von den Spielplänen der Sowjetunion verbannen zu lassen. Dabei aktualisiert Armin...
Das Theater St. Gallen hat es gewagt. Kühn hat das Dreispartenhaus im Osten der Schweiz zur Eröffnung der neuen Saison «Die Gezeichneten» von Franz Schreker ins Programm genommen. So wie es 1988 mit der Produktion des «Schatzgräbers» der Schreker-Renaissance in der Schweiz einen Anstoß verliehen hat. «Die Gezeichneten» sind natürlich ein Werk ganz anderen...
