Tomislav Lucic (Adorno), Jordan Shanahan (Tamare); Foto: Iko Freese
Dem Wahn verfallen
Das Theater St. Gallen hat es gewagt. Kühn hat das Dreispartenhaus im Osten der Schweiz zur Eröffnung der neuen Saison «Die Gezeichneten» von Franz Schreker ins Programm genommen. So wie es 1988 mit der Produktion des «Schatzgräbers» der Schreker-Renaissance in der Schweiz einen Anstoß verliehen hat. «Die Gezeichneten» sind natürlich ein Werk ganz anderen Anspruchs: Inhaltlich hochkomplex und musikalisch avanciert, orchestral stark besetzt, stimmlich höchst anspruchsvoll, fordert Schrekers vierte Oper von 1915 ein Haus bis an die Grenzen – was in St.
Gallen bisweilen zu spüren war. Zugleich machte die Produktion aber doch bewusst, dass sich dieses gewaltige Werk durchaus bewältigen lässt.
Antony McDonald, Regisseur und Ausstatter in einer Person, hat den spannenden, vielschichtig glitzernden Stoff in einen prägnanten szenischen Verlauf gefasst. Den Buckel Alvianos nimmt man kaum wahr, auf seine Behinderung deuten eher die Krücke und ein blutendes Mal auf der rechten Wange. Vor allem jedoch die Stimme des ausdrucksstarken Tenors Andreas Conrad ist es, die der Figur ihr schauerliches Profil verleiht. Gewöhnungsbedürftig klingt sie, scharf und gellend. Daran ist nichts Schlechtes, es ...
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Es ist nun 40 Jahre her, dass die verdienstvolle Schriftenreihe «Musik-Konzepte» provokant fragte: «Ist die Zauberflöte ein Machwerk?» Es gab darauf viele Antworten, die mit «Ja, aber» begannen. Der Popularität dieser Volksoper konnte all das nichts anhaben: Seit eh und je führt sie mit weitem Abstand die Bühnenstatistiken an.
Exakt 226 Jahre nach der Uraufführung...
Sie wollen ihn ganz alleine, ohne den notorisch davorgeklemmten Namen seines Librettisten William Schwenck Gilbert: Die Mitglieder der 2009 gegründeten Deutschen Sullivan-Gesellschaft sind davon überzeugt, dass es sich lohnt, Sir Arthur nicht nur als Teil eines der berühmtesten Duos der Operngeschichte zu betrachten, sondern als umfassend kompetenten Komponisten,...
Schau an, das können sie also auch! Die Frankfurter Oper gilt nicht unbedingt als Hort der Operette – die konzertante Aufführung von Lehárs «Graf von Luxemburg» (1909) war tatsächlich eine Frankfurter Erstaufführung, sie hat dem dortigen Publikum außerordentlichen Spaß bereitet. Dem Hörer des CD-Mitschnitts geht es, mit Einschränkungen, genauso. Das Frankfurter...
