Leerstellen

Wagner: Die Walküre
Chemnitz | Theater

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Es kann ein Wagnis für die Regisseurin sein, dem Publikum vorab ihre Sicht auf das inszenierte Stück mitzuteilen, muss man sich dann doch an der eigenen Absicht messen lassen. Monique Wagemakers ging das Risiko ein. «Wir erzählen die Geschichte aus der Perspektive von Siegmund, Sieglinde, Brünnhilde und den Walküren, den Kindern Wotans», wird sie im Programmheft zitiert. Diese Vorgeschichte, so Wagemakers, sei «konzeptioneller Ausgangspunkt unserer Produktion, der sich auch im Bühnenbild niederschlägt: So ist die Materialität des Raumes verbranntes Holz».

Versprechungen solcher Art führen zu Erwartungen. Leider konnte die Regisseurin diese mit ihrer Lesart der «Walküre» nicht erfüllen.

Das Theater Chemnitz will mit seinem «Ring»-Zyklus die «weibliche Sicht» auf Wagners Tetralogie zeigen; vier Regisseurinnen inszenieren. Den Anfang machte Verena Stoiber mit ihrer konsumkritischen Deutung des «Rheingold»: unverkrampft, frisch und voller Ideen. Wagemakers hingegen scheint die zündende Idee zu fehlen – oder sie kann sie nicht umsetzen. Um ihre Intentionen zu vermitteln, reicht es nicht, wenn im ersten Akt einmal ein Kinderpaar – Siegmund und Sieglinde – im Hintergrund auftaucht oder ...

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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Nora Sophie Kienast

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