«Le Freischütz»

John Eliot Gardiner setzt sich an der Pariser Opéra Comique als erster Dirigent von Rang mit der Berlioz-Bearbeitung von Webers Meisterwerk auseinander

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Die Inszenierung ist schnell vergessen, obwohl der Ansatz interessant ist. Nichts Naturalistisches, kein Krieg, kein Kino, kein deutscher Stummfilm. Dan Jemmett hat sich für einen Rummelplatz entschieden. Vor der Schießbude von Kuno & Co kommt fast ein wenig Horváth à la «Kasimir und Karoline» auf. Das anfängliche Preisschießen macht noch neugierig, auch der Schaustellerwagen für die Damen im Försterhaus ist konsequent.

Doch statt die Wolfsschlucht folgerichtig in einer Geisterbahn spielen zu lassen, geht die Inszenierung mit ein wenig platter Rosensymbolik einfach im Banal-Affirmativen verloren.

Doch der musikalische Eindruck bleibt, denn er war hoch bedeutend. Die Pariser Opéra Comique, seit der Intendanzübernahme durch Jérôme Deschamps wieder etwas entdeckerfreudiger, hat ein Werk herausgebracht, das zwar spezifisch französisch ist, aber eigentlich quer zur hauseigenen Tradition steht. Schließlich wurde Carl Maria von Webers Hit 1841 eigens für die Opéra adaptiert, das heißt für die dort geltenden strengen Regeln mit Rezitativen versehen und mit der obligaten Balletteinlage aufgehübscht. Das würde heute wohl kaum einer mehr spielen, wie so viele durch die Zensur oder die ...

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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Manuel Brug

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