Lasst uns atmen!

Auch im US-amerikanischen Opernbetrieb ist Rassismus an der Tagesordnung. Nun melden sich Betroffene zu Wort: J’Nai Bridges, Julia Bullock, Karen Slack, Lawrence Brownlee, Russell Thomas und Morris Robinson

Wenn der 1987 verstorbene US-amerikanische Schriftsteller James Baldwin in diesen Tagen eine Renaissance erlebt und seine Bücher wieder massenhaft gelesen werden, dann hat das einen tieferen Grund. Baldwin war der festen Überzeugung, Geschichte sei nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Der alltägliche Rassis­mus in den Vereinigten Staaten von Amerika und auch andernorts gibt ihm Recht.

Und nicht nur auf den Straßen entäußert sich dieser Rassismus, der zur Gründung der Protestbewegung «Black Lives Matter» und weltweiten Solidaritätskundgebungen geführt hat, auch auf den Bühnen der USA ist er nach wie vor virulent. Einige schwarze Opernsängerinnen und -sänger haben dies, initiiert von der Mezzosopranistin J’Nai Bridges, zum Anlass genommen, öffentlich auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Wir dokumentieren ihre Diskussion in Auszügen

Wir alle glauben an die versöhnende Kraft der Kunst und haben unser Leben dem Ziel gewidmet, die uns allen gemeinsame Menschlichkeit zu erforschen und zu verstehen. Wir sind uns des Schmerzes und der Verbitterung bewusst, die so viele Menschen tagtäglich erfahren, vor allem in unseren schwarzen Communitys. In Kummer und Solidarität möchten wir ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Oper und Rassismus, Seite 92
von Wiebke Roloff Halsey