Kundrys Kahnpartie
Dass das doch so auffällt. Dass es eine Aufführung doch so spürbar prägt. In Karlsruhe ist eine Interpretation von Richard Wagners «Parsifal» zu erleben, bei der alle Beteiligten offenkundig an einem Strang gezogen haben. Das Ergebnis: eine musikalisch-vokal-szenische Einheit. Vier der fünf großen Partien sind mit Rollendebütanten bestückt, ohrenscheinlich sorgsamst vorbereitet, auf äußerste Wort- und Sinnvermittlung gerichtet.
Der Einzige, der mit seiner Aufgabe schon vertraut war, ist Alfred Reiter, ein Gurnemanz-Bass zwischen Sprödigkeit und sonorer Rundung.
Neben ihm erreicht der eine schwere Karlsruher Bariton – Renatus Meszar als Amfortas – starke Ausdruckswerte, und der andere – Jaco Venter als Klingsor – führt eine materialreiche Saft-und-Kraftstimme ins Treffen. Christina Niessen geht mit Kundry einen weiteren Karriereschritt. Sie setzt auch in hochgradiger Expressivität auf wirkliches Singen, selbst dort, wo der Schrei nahe liegt. Und mit dem Parsifal des Deutsch-Amerikaners Erik Nelson Werner landet die Aufführung sogar nahe am Ideal: ein anstrengungsfreier und behutsam artikulierender, zur (steigerbaren) Differenzierung bereiter Heldentenor auf angestammter ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Heinz W. Koch
ARD-ALPHA
1.5. – 11.00 Uhr
Klassik am Odeonsplatz.
Open-Air-Konzert 2011. Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding. Sprecher: Udo Wachtveitl. Mendelssohn Bartholdy: Ein Sommernachtstraum.
14.5. – 11.00 Uhr
Die Bamberger Philharmoniker.
Konzert unter der musikalischen Leitung von Horst Stein.
16./23.5. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
25.5....
Tallinn, Ende August. Es gießt in Strömen. Die stolze Hansestadt liegt unter grauen Schleiern, die Stimmung ist herbstlich. Tiefe Pfützen stehen auf dem Weg zur Noblessner Foundry, einer ehemaligen sowjetischen U-Boot-Fabrik, in der die Uraufführung von «Adam’s Passion» stattfinden wird. Das Regenwasser kriecht hinein bis in den Vorraum, Pappen dienen als...
Eine Teufelin? Eine skrupellose Giftmischerin? Auch das ist Lucrezia Borgia. Doch vor allem ist sie unglücklich. Verheiratet mit einem brutalen Machtmenschen und Mutter eines verheimlichten unehelichen Sohns, dessen Liebe sie sucht, obwohl sie ihm die Wahrheit nicht sagen kann. Am Theater St. Gallen hat der Regisseur Tobias Kratzer Donizettis Stück auf die Bühne...
