Krimikomödie
Noch bis Ende 2016 bleiben die Pforten der Pariser Opéra Comique geschlossen – eine Totalrenovierung steht an. Der Komponist Marc-Olivier Dupin und sein Librettist Ivan Grinberg haben den Vorhang einfach im Internet wieder hochgehen lassen. In der Weboper «Le Mystère de l’écureuil bleu» ist das Haus an der Place Boieldieu schon frisch herausgeputzt, man fiebert der Eröffnungsgala entgegen. Entsprechend nervös wird Direktor Saint-Germain, als Sängerin Adèle nach guter Primadonnenart mit Boykott droht.
Und ausgerechnet jetzt platzt ein Mordfall in die Vorbereitungen: Gemeuchelt wird «Zampa», ein blau schimmerndes Eichhörnchen. Die Auflösung des Verbrechens bleibt allerdings Nebensache; im Fokus stehen die Gefühlsturbulenzen, in die alle Beteiligten geraten.
Dupin, ein Könner auf dem Feld der Film- und Theatermusik, hat dafür elegante und charmante Musik geschrieben, Délibes, Charpentier, Massenet und anderen über die Schulter spähend – Stilkopien und Parodien der meisterhaften Art. «On va la jeune hindou» aus «Lakmé» etwa schreibt Dupin zum vergnüglichen Duett der konkurrierenden Diven um. Die jungen Stimmen der Académie de l’Opéra Comique, begleitet vom Kammerensemble Les ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Mathias Nofze
Es war ein Kuriosum der Operngeschichte, eine Art Doppel-Uraufführung in einem Zeitraum von vier Monaten: Im Dezember 1925 kam an der Berliner Staatsoper Alban Bergs «Wozzeck» heraus, die grandiose Vertonung des grandiosen Büchner-Dramas; im April 1926 brachte das Stadttheater Bremen eine Opernfassung desselben Stoffes von seinem damaligen Generalmusikdirektor...
Sie gilt als eine der machtgierigsten Frauen des alten Rom: Iulia Agrippina, Tochter des Germanicus. Ein Skandal schon die Heirat mit ihrem Onkel, dem Kaiser Claudius, der die Ehe per Dekret legitimieren ließ. Um ihre Position am römischen Hof zu stärken, soll sie einige Male sogar Gift zur Hand genommen haben. Alle Mittel schienen ihr recht, um Nero, ihren Sohn...
Das Erste, was mir an ihm auffiel, war sein Blick: dunkel, brennend, forschend. Dann die Art, wie er sprach, sanft, aber mit Nachdruck. Als ich Peter Maxwell Davies Ende der 1960er-Jahre kennenlernte, ahnte ich: Das ist einer, der jedes Wort meint, das er sagt. Einer, der furchtlos ist. Tatsächlich kannte Max keine falsche Scheu. Nicht im Umgang mit den Kritikern,...
