Kreativer Eigensinn

Nach dem Intendantenwechsel: Lydia Steier und Joana Mallwitz drücken im Zürcher «Rosenkavalier» mächtig auf die Tempo-Tube

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Mariandl mag net. «Nein, nein, i trink kein Wein», ziert sich die Kammerzofe alias Octavian im dritten Akt von Strauss’ musika -lischer Komödie «Der Rosenkavalier» vor Baron Ochs auf Lerchenau, der sie betrunken (und damit willig) machen möchte. Die Dirigentin am Zürcher Opernhaus, das soeben von dieser Zeitschrift zum «Opernhaus des Jahres» gekürt wurde, darf sich dagegen auf keinen Fall als Abstinenzlerin aus -geben.

Einen Tag nach der zweiten Aufführung des «Rosenkavaliers» in Zürich erhielt Joana Mallwitz im nicht weit entfernten badischen Neuenburg am Rhein den diesjährigen Gutedelpreis – 225 Liter bekömmlichsten Weißwein im Eichenfass, abgefüllt auf 300 Flaschen. Die Markgräfler Gutedelgesellschaft e. V. verleiht den Preis jährlich für «öffentlich wirksamen, kreativen Eigensinn», womit die Juroren nicht nur Mallwitz’ künstlerisches Selbstverständnis als Kommunikatorin und ihren Vorbildcharakter für junge Musikerinnen meinen, sondern auch ihren beherzten Widerspruch gegen die Einsparungen im Berliner Kulturleben.

Voller «kreativem Eigensinn» steckt auch ihr «Rosenkavalier» in Zürich. Als Dirigentin dürfe sie sich hier nicht ausbreiten, sondern müsse immer vorantreiben, ...

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Opernwelt November 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Lotte Thaler

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