Aber bitte mit Sahne!
Ob Birgit Nilsson herzlich lachend und mit einem ironischen Kommentar ihr Einverständnis gegeben hätte, dass es nun auch einen Wein gibt, der ihren Namen trägt? Wir wissen es nicht. Nur eines ist gewiss: Der seit wenigen Jahren auf den fruchtbaren heimatlichen Böden der Bjäre-Halbinsel wachsende Weißwein prägt so tiefe Wurzeln aus wie die Hochdramatische selbst, die nach ihren Auftritten in Bayreuth, Wien, München und der New Yorker Met ganz selbstverständlich immer wieder dahin zurückkehrte, wo ihr Vater Nils einst seinen Bauernhof betrieb.
Hier molk die jugendliche Birgit bis zu ihrem Studienbeginn in Stockholm selbst die Kühe, arbeitete auf dem Feld, ritt aber auch auf dem Pferd durch die sanft hügelige Landschaft aus, was ihren später legendären Auftritten als Wagners Brünnhilde librettokonform und gänzlich angstfrei das hoheitliche Erscheinen der Lieblingstochter Wotans mit dem Ross Grane ermöglichte. Am ersten Weihnachtstag des Jahres 2005 verstarb die vermutlich bedeutendste Wagner- und Strauss-Heroine der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und dennoch ist sie seither so enorm präsent, dass man beim Besuch im noch von ihr selbst initiierten Museum auf dem väterlichen Hof ...
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Opernwelt November 2025
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Peter Krause
Am Ende dann noch die Taube. Sie hört gar nicht mehr auf zu flattern, und für Ironiesignale ist es schon zu spät: Susanne Kennedys «Parsifal»-Inszenierung an der flämischen Oper ist längst in reinen, irgendwie spirituellen Kitsch abgebogen. Der neue Gralskönig bekommt, lächelnd, eine Himmelfahrt, sein Vorgänger darf sich endlich zum Sterben hinlegen. Die...
Es fängt gemächlich an. Dem Stück fehlt eine zündende Ouvertüre, wie sie Reznicek für seine «Donna Diana» – dank Angelo Neumanns Anregung – nachgeliefert hatte. Doch entschädigt der «Till Eulenspiegel» Ende des ersten Akts großzügig: Der durch Gezwitscher charakterisierte Spaßvogel resümiert sein Glaubensbekenntnis, indem er eine altertümliche Weise anstimmt,...
Am Beginn des neunten Lebensjahrzehnts stand er noch als Barak, sogar als Holländer auf der Bühne, stets bestaunt von der Operngemeinde: In diesem Alter noch solche Monsterpartien? Franz Grundheber dürfte auf solchen Zuspruch zwiegespalten reagiert haben. Ja, eine solche Spätestkarriere empfand er als ungewöhnlich, äußerte sich darüber auch selbstironisch. Und...
