Konstruktion des Organischen

Dem Komponisten York Höller zum 80.

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Er zählt zu den eigenwillig schillernden, ihre künstlerische Individualität konsequent, nie lautstark verteidigenden Figuren der Neuen Musik nach dem Zweiten Weltkrieg. Umso bohrender in ihrer geisterhaften Komplexität ist York Höllers einzige Oper, die moderne Faust-Legende «Der Meister und Margarita» auf Michail Bulgakows gleichnamigen Roman. Nur wenige Aufführungen hat das extreme, 1989 in Paris uraufgeführte, dort von Hans Neuenfels inszenierte und von Lothar Zagrosek dirigierte Stück bisher erlebt; zuletzt 2022 in Köln.

Geboren 1944 in Leverkusen, fand Höller früh seinen Studienort und Lebensmittelpunkt in der damaligen Avantgarde-Metropole Köln. Als Bernd Alois Zimmermann dort 1965 mit der Jakob-Michael-Lenz-Oper «Die Soldaten» Aufsehen verursachte, ja Musikgeschichte schrieb, war Höller noch zu jung, um die Tiefenwirkung eines solch gnadenlosen Kriegswerks zu ermessen. Doch fühlte er sich zu Zimmermanns radikalem Denken so stark hingezogen, dass er 1968 in dessen Komponistenklasse eintrat.

Umfassend musikalisch angeregt wurde Höller – nach der Immatrikulation an der Kölner Musikhochschule sowie dem späteren Studium der Musikwissenschaft und Philosophie an der Kölner ...

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Opernwelt Januar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Wolfgang Schreiber

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