Kompromisslos klar
Genau ein Jahr nach dem ersten Band der Musiktheater-Schriften von Joachim Herz (OW 2/2011) sind die beiden Folgebände erschienen; die Auswahl hat der große Regisseur vor seinem Tod im Oktober 2010 noch selbst treffen können. Band II ist zunächst der italienischen (Schwerpunkte sind Verdi und Puccini), russischen und tschechischen (Janácek) Oper des 19. und frühen 20.
Jahrhunderts gewidmet, es folgen 70 Seiten über Richard Strauss, ein Abschnitt zu Alban Berg (mit einem sehr lesenswerten Aufsatz zur musikalischen Struktur und Dramaturgie des «Wozzeck») sowie weniges zu Operette und Musical. Band III bietet ein großes Kapitel zu Brechts und Weills «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» und meist kleinere Beiträge zu über zwanzig neuen Opern, die Joachim Herz seit den 1950er-Jahren inszenierte – neben Komponisten wie Prokofjew, Britten, Nono oder Henze auch (fast) Vergessene wie Joseph Haas, Robert Kurka oder Richard Mohaupt. Außerdem enthält dieser dritte Band persönliche Erinnerungen an die Studienzeit, die ersten Inszenierungen an der Landesoper Radebeul (seit 1951) oder an Walter Felsenstein, der Herz 1953 nach Berlin an die Komische Oper engagierte, sowie etwa 150 Seiten ...
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