Knackig bunt
Ein zweite Marilyn Monroe wollte sie werden, doch bis zu ihrem Tod durch eine Überdosis Medikamente mit 39 Jahren blieb Anna Nicole Smith nur Drama Queen der Yellow Press. Ihr größter Coup war die Hochzeit mit dem vergreisten Milliardär J. Howard Marshall, auf dessen Ableben jahrelange Erbstreitigkeiten, Drogenexzesse und der öffentliche Absturz folgten. Brisanter Stoff also für eine eigene Doku-Soap – zwei Jahre lang flimmerte «The Anna Nicole Show» durch amerikanische Wohnzimmer.
2011 kam dann die Oper «Anna Nicole» des britischen Komponisten Mark-Anthony Turnage auf ein Libretto von Richard Thomas an Londons Covent Garden heraus.
«I wanna blow you all», singt Anna Nicole, während sie sich aus einem glitzernden Leichensack schält und «a kiss» in den Saal haucht. Begleitet von Requiem-Klängen lässt Regisseur Bernd Mottl den wasserstoffblonden Kurvenstar am Hessischen Staatstheater Wiesbaden vor der Kulisse eines Fernsehstudios in funkelnder Silberrobe wiederauferstehen. Der Chor fiebert auf steilaufragender Tribüne mit. Kostüm- und Bühnenbildner Friedrich Eggert hat ihn als quietschbunten Querschnitt amerikanischer Gesellschaftsklischees ausstaffiert: Cheerleader, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2020
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Silvia Adler
In der Justizvollzugsanstalt Tegel ist an einem der Blöcke ein Spiegel angebracht, darauf steht: «WASBRAUCHTESEINEM/ZUHELFEN?» Zu «Fidelio» passt die Frage wie die Faust aufs Auge. Das Gefängnistheater «aufBruch» hat in Kooperation mit den Berliner Philharmonikern ein Stück um Beethovens Oper entwickelt. Gespielt wird in einem stillgelegten Zellentrakt; es ist ein...
Smetana, ein «großer Komponist»? Als 21. Name hat der Außenseiter aus Litomyšl seinen Platz gefunden in der vor 39 Jahren begründeten Reihe des Laaber-Verlags. Für den im Dezember 2018 verstorbenen Hans-Klaus Jungheinrich war der Schöpfer der «Moldau» sehr wohl ein «großer Komponist». In zehn Kapiteln deutet er an, wie viel in der tschechischen Musik des 19....
Malin Gjörup
Sie herrscht über ein vergleichsweise bescheidenes Reich: die Norrlands Operan im nordschwedischen Umea. Aber auch dort wird Musiktheater groß geschrieben. Nun steht Mozarts «Don Giovanni» an, dirigiert von Benjamin Bayl, inszeniert von Tobias Theorell, dem designierten Intendanten der Folkoperan, Stockholm. Eine Reise mitten hinein in leuchtende...
